Dhammapada

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Das Paaren Kapitel - Yamaka

 

 

Vom Geist geführt die Dinge sind,

Vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt.

Wenn man verderbten Geistes spricht,

Verderbten Geistes Werke wirkt,

Dann folget einem Leiden nach,

Gleichwie das Rad des Zugtiers Fuß.

 

 

Vom Geist geführt die Dinge sind,

Vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt.

Wenn man da lautern Geistes spricht,

Und lautern Geistes Werke wirkt,

Dann folget einem Freude nach,

Gleichwie der Schatten, der nie weicht.

 

 

„Geschlagen hat er mich, beschimpft,

Hat mich besiegt, hat mich beraubt!“

Wer solchem Denken hin sich gibt,

In dem kommt nie der Haß zur Ruh’.

 

 

 

„Geschlagen hat er mich, beschimpft,

Hat mich besiegt, hat mich beraubt!“

Wer solches Denken nicht mehr hegt,

In dem kommt bald der Haß zur Ruh’.

 

 

 

Durch Hass fürwahr kann nimmermehr

Zur Ruhe bringen man den Haß;

Durch Nichthaß´kommt der Haß zur Ruh’:

Dies ist einewiges Gestz.

 

 

 

Die Anderen aber seh’n nicht ein,

Daß man sich hierin zügeln muß.

Doch, wer da rechte Einsicht hat,

In dem kommt aller Streit zur Ruh’.

 

 

 

Wer da auf Schönheit sinnend lebt,

In seinen Sinnen unbewacht,

Kein rechtes Maß bei Mahle kennt,

Den Trägen ohne Willenskraft,

Den wahrlich reißt der Mahr mit sich

Gleichwie der Sturm den schwachen Baum.

 

Wer da den Ekel schauend weilt,

In seinen Sinnen wohl bewacht,

Das rechte Maß beim Mahle kennt,

Voll Zuversicht und Willenskraft,

Den zwinget nimmermehr der Mahr,

Wie Sturm den Felsberg nie bezwingt.

 

Wer da noch voller Trübungen

Das gelbgetrübte Kleid anlegt,

Von Wahrheit und Bezähmung fern,

Verdient nicht das gelbe Kleid.

 

 

 

Doch wer die Trübung ausgespien,

Erstarkt ist in der Sittlichkeit,

Mit Wahrheit, Zügelung verseh’n,

Verdient für Wahr das gelbe Kleid.

 

 

 

Wer’s Unechte für’s Echte hält,

Für unecht ansieht, was ist echt,

Dem falschen Denken zugetan,

Dem wird das Echte nie zuteil.

 

 

 

Wer da, was echt, als echt erkennt,

Als unecht das, was unecht ist,

Dem rechten Denken zugetan,

Dem wird das Echte bald zuteil.

 

 

 

Wie in ein schlecht gedecktes Haus

Der Regen mächtig dringet ein,

Genauso dringet ein die Gier

In den noch ungepflegten Geist.

 

 

 

Wie in ein gut gedecktes Haus

Der Regen nimmer dringet ein,

Genauso dringet nie die Gier

In einen wohlgepflegten Geist.

 

 

 

Es klaget hier und klaget drüben auch,

Es klagt der Übeltäter beiderorts.

Er klaget und er fühlet sich bedrückt,

Wenn er die eigne schmutz’ge Tat erkennt.

 

 

 



Es freut sich hier und freut sich drüben auch.

Es freut, wer Gutes tut, sich beiderorts.

Es freuet sich und fühlt sich hochbeglückt,

Wenn er die eigne laut’re Tat bedenkt.

 

 

 

Er leidet hier und leidet drüben auch,

Der Übeltäter leidet beiderorts.

„Gar Übles tat ich!“: also leidet er,

Doch mehr noch, wenn zur Leidenswelt gelangt.

 

 



Es freut sich hier und freut sich drübern auch,

Wer Gutes tut, erfreut sich beiderorts.

„Gar Gutes tat ich!“: also freut er sich,

Doch mehr noch, wenn zur sel’gen Welt gelangt.

 

 

 

Wenn noch so viele heil’ge Texte vorträgt

Der träge Mann und handelt nicht danach,

Gleicht er dem Hirten, der des Anderen Kühe zählt

Und hat am Mönchstum nicht den kleinsten Anteil.

 

 

 

Wenn einer noch so wenig Texte vorträgt,

Doch lebt im Einklang mit der reinen Lehre,

Hat Gier, Haß und Verblendung überwunden,

Voll rechter Einsicht, wohlerlöst im Herzen,

Nicht haftend mehr am Diesseits noch am Jenseits,

Der wahrlich hat am wahren Mönchstum Anteil.