Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

78. Gefahren für den Mönch I

Angesichts fünf drohender Gefahren, ihr Mönche, sollte der Mönch eifrig, unermüdlich, selbstentschlossen verweilen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen. Welches sind diese fünf Gefahren?

Da, ihr Mönche, sagt sich der Mönch: ‚Noch bin ich jung, ein Jüngling, dunkelhaarig, in der besten Jugend, im ersten Mannesalter. Doch die Zeit wird kommen, wenn diesen Körper das Alter befällt. Für einen aber, der alt ist, vom Alter gebeugt, ist es nicht leicht, die Weisung des Erleuchteten zu beachten; nicht leicht, im Walde in waldeinsamen, abgeschiedenen Behausungen zu leben. Bevor mich also jener unerwünschte, unliebsame, unangenehme Zustand ereilt, will ich schon vorher meine Willenskraft daransetzen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen, in dessen Besitz ich dann selbst noch im Alter glücklich leben werde!‘ Das, ihr Mönche, ist die erste drohende Gefahr.

Ferner, ihr Mönche, sagt sich der Mönch: ‚Noch bin ich gesund, frei von Siechtum; meine Säfte bewirken eine gleichmäßige Verdauung, sind weder zu kalt noch zu heiß, sondern besitzen mittlere Wärme und machen mich dem Kampf gewachsen. Doch die Zeit wird kommen, wenn diesen Körper Krankheit befällt. Für einen Kranken aber, von Krankheit Geplagten ist es nicht leicht, die Weisung des Erleuchteten zu beachten; nicht leicht, im Walde, in waldeinsamen, abgeschiedenen Behausungen zu leben. Bevor mich also jener unerwünschte, unliebsame, unangenehme Zustand ereilt, will ich schon vorher meine Willenskraft daransetzen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen, in dessen Besitz ich dann selbst während einer Krankheit glücklich leben werde!‘ Das, ihr Mönche, ist die zweite drohende Gefahr.

Ferner, ihr Mönche, sagt sich der Mönch: ‚Gegenwärtig gibt es reichlich Nahrung, und die Ernte ist gut; leicht ist es, Almosenspeise zu erhalten und vom Eingesammelten zu leben. Doch die Zeit wird kommen, wenn Nahrungsmangel herrscht und die Ernte schlecht ist; Almosenspeise ist dann schwer zu erlangen, und es ist nicht leicht, vom Eingesammelten zu leben. Bei Nahrungsmangel aber begeben sich die Menschen dorthin, wo es reichlich Nahrung gibt. Dort aber lebt man in Gesellschaft, lebt man gedrängt zusammen. Lebt man aber in Gesellschaft und gedrängt zusammen, so ist es nicht leicht, die Weisung des Erleuchteten zu beachten; nicht leicht, im Walde, in waldeinsamen, abgeschiedenen Behausungen zu leben. Bevor mich also jener unerwünschte, unliebsame und unangenehme Zustand ereilt, will ich schon vorher meine Willenskraft daransetzen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen, in dessen Besitz ich dann selbst während der Nahrungsnot glücklich leben werde!‘ Das, ihr Mönche, ist die dritte drohende Gefahr.

Ferner, ihr Mönche, sagt sich der Mönch: ‚Gegenwärtig leben die Menschen in Eintracht und Freundschaft, ohne Streit, haben ein mildes Wesen und begegnen einander mit freundlichen Blicken. Es kommt jedoch eine Zeit, wo Gefahr besteht durch Aufruhr in den waldigen Gebirgsgegenden; und die Bewohner des Landes besteigen dann ihre Gefährte und suchen zu entkommen. Bei einer Gefahr aber begeben sich die Leute zu einem sicheren Ort; dort aber lebt man in Gesellschaft, lebt man gedrängt zusammen. Lebt man aber in Gesellschaft und gedrängt beisammen, so ist es nicht leicht, die Weisung des Erleuchteten zu beachten; nicht leicht, im Walde, in waldeinsamen, abgeschiedenen Behausungen zu leben. Bevor mich also jener unerwünschte, unliebsame und unangenehme Zustand ereilt, will ich schon vorher meine Willenskraft daransetzen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen, in dessen Besitz ich dann selbst während der Gefahr glücklich leben werde!‘ Das, ihr Mönche, ist die vierte drohende Gefahr.

Ferner, ihr Mönche, sagt sich der Mönch: ‚Gegenwärtig lebt die Mönchsgemeinde in Frieden und Eintracht, ohne Streit und befolgt ein und dieselben Vorschriften. Es kommt jedoch eine Zeit, in der die Mönchsgemeinde gespalten ist. Ist aber die Mönchsgemeinde gespalten, dann ist es nicht leicht, die Weisung des Erleuchteten zu beachten; nicht leicht, im Walde, in waldeinsamen, abgeschiedenen Behausungen zu leben. Bevor mich also jener unerwünschte, unliebsame und unangenehme Zustand ereilt, will ich schon vorher meine Willenskraft daransetzen, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen, in dessen Besitz ich dann, auch bei einer Spaltung der Mönchsgemeinde, glücklich leben werde!‘ Das, ihr Mönche, ist die fünfte drohende Gefahr.

Angesichts dieser fünf drohenden Gefahren, ihr Mönche, sollte der Mönch eifrig, unermüdlich und selbstentschlossen leben, um das Unerreichte zu erreichen, das Unerlangte zu erlangen, das Unverwirklichte zu verwirklichen.