Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
84. Die 150 Übungsregeln
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene im großen Walde bei Vesālī, in der Halle des Giebelhauses. Da begab sich ein gewisser Mönch aus dem Vajjerstamm dorthin, wo der Erhabene weilte. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach jener Mönch aus dem Vajjerstamm zum Erhabenen also:
„Jeden halben Monat, o Herr, gelangen diese einhundertfünfzig Übungsregeln (pātimokkha) zum Vortrag. Nicht aber bin ich imstande, o Herr, mich darin zu üben.“
„Bist du aber wohl imstande, o Mönch, dich in drei Übungen zu üben:
- in der hohen Sittlichkeitsübung,
- in der hohen Geistesübung und
- der hohen Weisheitsübung?“
„Wohl bin ich imstande, o Herr, mich in den drei Übungen zu üben:
- in der hohen Sittlichkeitsübung,
- der hohen Geistesübung und
- der hohen Weisheitsübung.“
„So übe dich denn, o Mönch, in diesen drei Übungen. Wenn du dich nämlich in der hohen Sittlichkeitsübung übst, in der hohen Geistesübung und der hohen Weisheitsübung, dann werden eben infolge davon Gier, Haß und Verblendung in dir schwinden. Nach dem Schwinden von Gier, Haß und Verblendung aber wirst du nichts mehr Unheilsames tun, nichts mehr Böses verüben.“
Und in der Folgezeit übte sich nun jener Mönch, in hoher Sittlichkeit, übte sich in hoher Geistigkeit, übte sich in hoher Weisheit. Und während er sich so darin übte, schwanden in ihm Gier, Haß und Verblendung. Nach dem Schwinden von Gier, Haß und Verblendung aber tat er nichts mehr Unheilsames, verübte er nichts mehr Böses.