Aṅguttara Nikāya
Das Vierer-Buch
257. Mālunkyaputta
Es begab sich der ehrwürdige Mālunkyaputta zum Erhabenen... und sprach zu ihm also:
„Gut wäre es, o Herr, wenn mir der Erhabene in Kürze die Lehre darlegte, auf daß ich, nachdem ich des Erhabenen Lehre vernommen, einsam, abgesondert, unermüdlich, eifrig, selbstentschlossen verweilen möge.“
„Was sollen wir da, Mālunkyaputta, die jüngeren Mönche lehren, wenn du, der du schon abgelebt, alt und bejahrt bist, vom Erhabenen eine kurzgefaßte Belehrung erbittest?“
„Möge mir, o Herr, der Erhabene in Kürze die Lehre weisen! Möge der Gesegnete in Kürze die Lehre darlegen! Vielleicht möchte ich den Sinn der Rede des Erhabenen verstehen! Vielleicht möchte ich ein Erbe der Worte des Erhabenen werden! “
„Vier Gründe gibt es, Mālunkyaputta, weswegen in einem Mönche Begehren entstehen kann. Welche vier? Wegen des Gewandes kann in einem Mönche Begehren entstehen; wegen der Almosenspeise, wegen der Lagerstatt, wegen dieses oder jenes Vorteils kann in einem Mönche Begehren entstehen. Diese vier Gründe gibt es, Mālunkyaputta, weswegen in einem Mönche Begehren entstehen kann.
Ist nun, Mālunkyaputta, in einem Mönche das Begehren erloschen, an der Wurzel zerstört, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen, vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt, so, sagt man, Mālunkyaputta, hat dieser Mönch das Begehren abgeschnitten, die Fessel abgestreift und durch des Eigendünkels völlige Durchschauung dem Leiden ein Ende gemacht.“
Durch diese Worte vom Erhabenen ermahnt, erhob sich der ehrwürdige Mālunkyaputta von seinem Sitz, verneigte sich ehrfurchtsvoll vor dem Erhabenen, und ihm die Rechte zukehrend entfernte er sich.
Und der ehrwürdige Mālunkyaputta lebte da einsam, abgesondert, unermüdlich, eifrig, selbstentschlossen. Und nach gar nicht langer Zeit erreichte er noch bei Lebzeiten, selber erkennend und verwirklichend, jenes höchste Ziel der Heiligkeit, um dessen willen edle Jünglinge gänzlich vom Hause fortziehen in die Hauslosigkeit. Und er hatte die Gewißheit: „Versiegt ist die Wiedergeburt, erfüllt der heilige Wandel, getan ist, was zu tun war, nichts weiteres gibt es mehr zu tun nach diesem hier.“ So war der ehrwürdige Mālunkyaputta einer der Heiligen geworden.