Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

65. Wahrheit und Schein

Vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche vier ?

  1. Einer, der die äußere Erscheinung zum Maßstab nimmt, auf Grund der äußeren Erscheinung Vertrauen faßt;
  2. einer, der das Gehörte zum Maßstab nimmt, auf Grund des Gehörten Vertrauen faßt,
  3. einer, der asketische Rauheit zum Maßstab nimmt, auf Grund asketischer Rauheit Vertrauen faßt;
  4. einer, der die Tugend zum Maßstab nimmt, auf Grund der Tugend Vertrauen faßt.

Diese vier Menschen sind in der Welt anzutreffen.

„Wer das äußere bloß beurteilt
und Gehörtem Glauben schenkt,
in der Gier Gewalt geraten,
der kennt andere Menschen nicht.

Der Menschen Inneres kennt er nicht
und nicht 'mal ihren äußeren Wandel.
Der allerwärts beschränkte Tor,
er wird von Worten nur gelenkt.

Der Menschen Inneres kennt er nicht,
sieht ihren äußeren Wandel nur;
wer äußerem Erfolg vertraut,
wird gleichfalls nur vom Wort gelenkt.

Doch wer der Menschen Inneres kennt
und ihren äußeren Wandel auch;
wer ungetrübten Blick besitzt,
der wird von Worten nicht gelenkt.“