Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

92–94. Geistesruhe und Hellblick I III

I

(92–94) Vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen. Welche vier?

  • Da besitzt einer innere Geistesruhe (ajjhattam cetosamatha), aber nicht besitzt er den hohen Wissenshellblick.
  • Da besitzt einer den hohen Wissenshellblick, doch nicht die innere Geistesruhe.
  • Da besitzt einer weder die innere Geistesruhe noch den hohen Wissenshellblick.
  • Da besitzt einer innere Geistesruhe, und er besitzt auch den hohen Wissenshellblick.

II

(93) Hier nun hat jener, der die innere Geistesruhe besitzt, aber nicht den hohen Wissenshellblick, gegründet auf die innere Geistesruhe, sich um den hohen Wissenshellblick zu bemühen. Dann wird er in der Folgezeit sowohl die innere Geistesruhe besitzen, als auch den hohen Wissenshellblick.

Jener nun, der den hohen Wissenshellblick besitzt aber nicht die innere Geistesruhe, hat, gegründet auf den hohen Wissenshellblick, sich um die innere Geistesruhe zu bemühen. Dann wird er in der Folgezeit sowohl den hohen Wissenshellblick besitzen, als auch die innere Geistesruhe.

Jener nun, der weder die innere Geistesruhe besitzt noch den hohen Wissenshellblick, hat, um eben jene heilsamen Dinge sich zu eigen zu machen, äußersten Willensentschluß, Anstrengung, Tatkraft, Energie, Ausdauer sowie Achtsamkeit und Wissensklarheit zu bekunden. Geradeso wie einer, ihr Mönche, dessen Kleider oder Kopfhaare in Flammen stehen, äußersten Willensentschluß, Anstrengung, Tatkraft, Energie, Ausdauer sowie Achtsamkeit und Wissenklarheit zu bekunden hat, um das seine Kleider oder Kopfhaare ergreifende Feuer zu löschen; ebenso auch, ihr Mönche, hat jener, der weder die innere Geistesruhe besitzt noch den hohen Wissenshellblick, äußersten Willensentschluß, Anstrengung, Tatkraft, Energie, Ausdauer sowie Achtsamkeit und Wissensklarheit zu bekunden, um sich jene heilsamen Dinge zu eigen zu machen. Dann wird er in der Folgezeit sowohl die innere Geistesruhe besitzen als auch den hohen Wissenshellblick.

Jener aber, der sowohl die innere Geistesruhe besitzt als auch den hohen Wissenshellblick, der hat, auf eben diese heilsamen Dinge gegründet, sich weiter um die Versiegung der Triebe zu bemühen.

III

(94) Wer, ihr Mönche, die innere Geistesruhe besitzt, nicht aber den hohen Wissenshellblick, der sollte einen aufsuchen, der den hohen Wissenshellblick besitzt, und zu ihm also sprechen: ‚Wie, o Bruder, hat man die Daseinsgebilde (sankhārā) zu betrachten, wie hat man die Daseinsgebilde zu ergründen, wie hat man die Daseinsgebilde durch den Hellblick klar zu erfassen (vipassitabbā)?‘ Und wie jener es gesehen und erkannt hat, so wird er es ihm erklären: ‚So, o Bruder, hat man die Daseinsgebilde zu betrachten, so hat man die Daseinsgebilde zu ergründen, so hat man die Daseinsgebilde durch den Hellblick klar zu erfassen.‘ Dann wird er in der Folgezeit sowohl die innere Geistesruhe besitzen, als auch den hohen Wissenshellblick.

Wer aber den hohen Wissenshellblick besitzt, nicht aber die innere Geistesruhe, der sollte einen aufsuchen, der die innere Geistesruhe besitzt, und zu ihm also sprechen: ‚Wie, o Bruder, hat man wohl den Geist zur Ruhe zu bringen, wie hat man den Geist zu beschwichtigen, wie hat man den Geist zu einigen, wie hat man den Geist zu sammeln?‘ Und wie jener es gesehen und erkannt hat, so wird er es ihm erklären: ‚So, o Bruder, hat man den Geist zur Ruhe zu bringen, so hat man den Geist zu beschwichtigen, so hat man den Geist zu einigen, so hat man den Geist zu sammeln.‘ Dann wird er in der Folgezeit sowohl den hohen Wissenshellblick besitzen, als auch die innere Geistesruhe.

Wer aber weder die innere Geistesruhe besitzt, noch den hohen Wissenshellblick, der sollte einen solchen aufsuchen, der beides besitzt, und zu ihm sprechen: ‚Wie, o Bruder, hat man wohl den Geist zur Ruhe zu bringen... Wie hat man die Daseinsgebilde zu betrachten... ?‘ Und wie jener es gesehen und erkannt hat, so wird er es ihm erklären: ‚So, o Bruder, hat man den Geist zur Ruhe zu bringen... So hat man die Daseinsgebilde zu betrachten...‘ Dann wird er in der Folgezeit sowohl die innere Geistesruhe besitzen, als auch den hohen Wissenshellblick.

Wer aber sowohl die innere Geistesruhe besitzt, als auch den hohen Wissenshellblick, der hat, auf eben diese heilsamen Dinge gegründet, sich weiter um die Versiegung der Triebe zu bemühen.

Diese vier Menschen, ihr Mönche, sind in der Welt anzutreffen.