Aṅguttara Nikāya
Das Sechser-Buch
92–95. Sechs Unmöglichkeiten I IV
Sechs Unmöglichkeiten gibt es, ihr Mönche. Welche sechs?
(92) Unmöglich ist es, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch
- ohne Achtung und Ehrfurcht ist vor dem Meister,
- vor der Lehre,
- vor der Mönchsgemeinde und
- vor der geistigen Schulung;
- daß er sich auf unzulässiges Gebiet begibt und
- daß er sich eine achte Wiedergeburt erwirkt.
(93) Daß ein Erkenntnis besitzender Mensch
- irgendein Daseinsgebilde für unvergänglich hält;
- daß er irgendein Daseinsgebilde für glückbringend hält;
- daß er irgend etwas für ein Selbst hält;
- daß er eine der schweren Untaten verübt;
- daß er von abergläubischen Praktiken Läuterung erhofft ;
- daß er außerhalb (dieses Ordens) nach den der Gaben Würdigen sucht.
(94) Daß ein Erkenntnis besitzender Mensch
- seine Mutter des Lebens beraubt,
- seinen Vater des Lebens beraubt,
- einen Heiligen des Lebens beraubt,
- boshaften Herzens das Blut des Vollendeten vergießt,
- eine Spaltung in der Mönchsgemeinde hervorruft oder
- sich einen anderen Meister wählt.
(95) Nicht möglich ist es, daß ein Erkenntnis besitzender Mensch glauben sollte,
- Freuden und Leiden seien durch einen selbst erzeugt, oder
- seien durch andere erzeugt, oder
- seien teils selbst erzeugt, teils durch andere erzeugt, oder
- seien nicht selbst erzeugt, sondern ursachlos entstanden, oder
- seien nicht durch andere erzeugt, sondern ursachlos entstanden, oder
- seien weder selbst erzeugt noch durch andere erzeugt, sondern ursachlos entstanden.
Und warum ist dies so? Weil eben ein Erkenntnis besitzender Mensch die Ursachen und die bedingt entstandenen Erscheinungen klar durchschaut hat.
Das, ihr Mönche, sind die sechs unmöglichen Dinge.