Die Fragen des Königs Milinda

Teil 4

Kapitel 1

4.2. Zur Diskussion ungeeignete Plätze

Der König begab sich daher zusammen mit seinem Meister an eine abgeschiedene Stelle im Walde und sprach: „Wer da eine Diskussion führen will, ehrwürdiger Nāgasena, der sollte acht Plätze meiden. Denn an solchen Plätzen mag kein verständiger Mensch eine Sache besprechen. Geschieht es aber dennoch, so gerät die Sache auseinander und führt zu nichts. Welches aber sind diese acht Plätze?

  • Ein unebener Platz,
  • ein Platz, der gefährlich ist
  • oder zu windig
  • oder versteckt
  • oder den Göttern geweiht,
  • eine Straße,
  • eine Brücke und
  • ein Badeplatz.

Diese acht Plätze sollten dabei gemieden werden.“

„Welche Fehler besitzen denn derartige Plätze?“? warf der Ordensältere ein.

„Auf unebenem Boden, ehrwürdiger Nāgasena, gerät die Diskussion auseinander, wird zerrissen, gestört, macht keinen Fortschritt.

In gefährlichen Plätzen ist der Geist aufgeregt und infolge der Aufregung bekommt man kein klares Bild.

  • An einem windigen Platze kann man die Stimme nicht deutlich vernehmen.
  • An einem versteckten Platze finden sich Lauscher ein.
  • An einem den Göttern geweihten Platze wird die Sache leicht zu ernst genommen.
  • Auf der Straße wird die Sache hinfällig,
  • auf einer Brücke gerät sie gleichsam ins Schwanken, und
  • an einem Badeplatze wird sie das Gemeingut aller.

Deshalb heißt es auch:

Sei's Wind, Gefahr, Unebenheit,
Ein Heiligtum, sei s ein Versteck,
Ein Weg, ein Steg, ein Badeplatz:
Da meid man jede Diskussion.“