Petavatthu
Buch 4
10. Die Peta-Schar
Moggallāna:
Nackt seid ihr, unschön anzuseh’n,
seid abgezehrt, die Adern frei,
o ihr, die ihr Rippen zeigt,
wer seid ihr denn, ihr Herren da?Petas:
Gespenster sind wir ja, o Herr,
in Yamas Reich hinabgelangt.
Weil böses Wirken wir gewirkt,
gelangten wir zur Petawelt.Moggallāna:
Was habt ihr Böses denn getan
in Werken, Worten und im Geist,
für welches Wirken reift es euch,
dass solches Leiden ihr erfahrt?Petas:
Am öffentlichen Badeplatz
wir heimsten halbe Groschen ein.
Obwohl’s genug zum Geben gab,
wir schafften uns kein Eiland draus.Wir nähern zitternd uns dem Fluss,
doch er ist leer an Wasser uns.
Bei Hitze suchen Schatten wir,
doch wird zur Hitze er für uns.Ein Wind, der feurig ist und heiß,
der weht uns an, versenget uns.
Doch wir verdienen das, o Herr,
ja wir verdienen Schlimm’res noch.Wir wandern viele Meilen weit
nach Nahrung gierig, hungrig sehr.
Wir finden nichts und kehren um,
wir haben, ach, fast kein Verdienst.Ohnmächtig von dem Hunger dann
zur Erde fallen wir, o Herr.
Da liegen flach wir hingestreckt,
kopfüber sind wir hingefall’n.Und wenn wir so da liegen nun,
gefallen auf den Boden hin,
wir schlagen uns an Kopf und Brust,
wir haben, ach, fast kein Verdienst.Doch wir verdienen das, o Herr,
ja wir verdienen Schlimm’res noch.
Obwohl’s genug zum Geben gab,
wir schafften uns kein Eiland draus.Wenn einst von hier wir scheiden ab,
wenn Menschenschoß erreichen wir,
ansprechbar, tugendhaft bewährt,
viel Heilsames wollen wir dann tun.