Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
95. Drei Versammlungen
Drei Versammlungen gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
- Die treffliche Versammlung,
- die zwieträchtige Versammlung
- die einträchtige Versammlung.
Welches aber, ihr Mönche, ist die treffliche Versammlung? Da sind in einer Versammlung die älteren Mönche nicht der Üppigkeit ergeben und nicht dem Müßiggang, sie scheuen das Abträgliche als eine Last, ziehen die Einsamkeit vor und strengen ihre Kraft an um das Unerlangte zu erlangen, das Unerreichte zu erreichen und das Unverwirklichte zu verwirklichen. Ihre Schüler aber ahmen das Gesehene nach. Auch sie sind der Üppigkeit ergeben und nicht dem Müßiggang, sie scheuen das Abträgliche als eine Last, ziehen die Einsamkeit vor und strengen ihre Kraft an, um das Unerlangte zu erlangen, das Unerreichte zu erreichen und das Unverwirklichte zu verwirklichen. Das nennt man die treffliche Versammlung.
Welches aber ist die zwieträchtige Versammlung? Eine Versammlung, in der die Mönche zank- und streitsüchtig sind, gerne disputieren, mit scharfen Worten aufeinander losgehen. Das nennt man die zwieträchtige Versammlung.
Welches aber ist die einträchtige Versammlung? Eine Versammlung, in der die Mönche in Eintracht und Freundlichkeit leben, ohne Streit, milden Herzens sind, sich freundlich anblicken. Das nennt man die einträchtige Versammlung.
Zu einer Zeit, ihr Mönche, wo die Mönche in Eintracht und Freundlichkeit leben, ohne Streit, milden Herzens sind, sich freundlich anblicken, zu solcher Zeit schaffen sich die Mönche viel Gutes, und zu solcher Zeit verweilen die Mönche in göttlichem Zustande, nämlich der gemütserlösenden Mitfreude (muditā). In dem von Freude Erfüllten aber entsteht Verzückung. Verzückten Herzens wird sein Wesen beruhigt; beruhigten Wesens empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.
Gleichwie, ihr Mönche, wenn es oben im Gebirge stark regnet, das Wasser beim Hinabfließen die Bergschluchten, Klüfte und Rinnen füllt, die vollen Bergschluchten, Klüfte und Rinnen aber die kleinen Teiche füllen, die gefüllten kleinen Teiche die Seen, die Seen die Flüsse, die Flüsse die Ströme füllen und die Ströme das Meer: ebenso auch, ihr Mönche, verhält es sich zu einer Zeit, wenn die Mönche in Eintracht und Freundlichkeit leben, ohne Streit, milden Herzens und sich freundlich anblicken. Denn zu solcher Zeit schaffen sich die Mönche viel Gutes und verweilen in göttlichem Zustand, nämlich in der gemütserlösenden Mitfreude. In dem von Freude Erfüllten aber entsteht Verzückung. Verzückten Herzens wird sein Wesen beruhigt; beruhigten Wesens empfindet er Glück, und des Glücklichen Geist sammelt sich.
Diese drei Versammlungen gibt es.