Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

183. Reden und Schweigen

Einst weilte der Erhabene im Bambushain bei Rājagaha, an der Fütterungsstätte der Eichhörnchen. Da nun begab sich der Brahmane Vassakāra, der Minister aus Magadhā, dorthin, wo der Erhabene weilte. Dort angelangt wechselte er mit dem Erhabenen freundlichen Gruß, und nach Austausch höflicher und zuvorkommender Worte setzte er sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach nun der Brahmane Vassakāra, der Minister aus Magadhā, zum Erhabenen also:

„Das behaupte ich, Herr Gotama, das ist meine Ansicht: Wer auch immer von Gesehenem spricht: ‚Das habe ich gesehen‘, der begeht darum nichts Böses. Wer von Gehörtem, von Empfundenem, von Erkanntem spricht: ‚Das habe ich gehört, das habe ich empfunden, das habe ich erkannt‘, der begeht darum nichts Böses.“

„Nicht sage ich, Brahmane, daß man über alles Gesehene sprechen soll, noch auch, sage ich, Brahmane, daß man über alles Gesehene nicht sprechen soll. Nicht sage ich, Brahmane, daß man über alles Gehörte, Empfundene oder Erkannte sprechen soll, noch auch sage ich, Brahmane, daß man über alles Gehörte, Empfundene oder Erkannte nicht sprechen soll.

Über solches Gesehene, Gehörte, Empfundene und Erkannte, wobei dem Sprecher die schlechten Eigenschaften zunehmen, die guten Eigenschaften schwinden, darüber soll man nicht sprechen. Doch über solches Gesehene, Gehörte, Empfundene und Erkannte, wobei, wenn man nicht davon spricht, die guten Eigenschaften schwinden und die schlechten Eigenschaften zunehmen, darüber soll man sprechen.“

Und der Brahmane Vassakāra, der Minister aus Magadhā, durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt, erhob sich von seinem Sitze und entfernte sich.