Aṅguttara Nikāya

Das Vierer-Buch

243. Zwiespalt im Orden

Einst weilte der Erhabene im Ghosita-Kloster bei Kosambi. Da begab sich der ehrwürdige Ānanda zum Erhabenen... und der Erhabene sprach zu ihm also:

„Ist nun, Ānanda, jener Streit beigelegt?“

„Wie sollte wohl, o Herr, jener Streit beigelegt sein? Des ehrwürdigen Anuruddha Schüler, Bāhiya mit Namen, besteht darauf, in der Mönchsgemeinde eine Spaltung hervorzurufen (sangha-bheda), und dazu meint der ehrwürdige Anuruddha auch nicht ein einziges Wort sagen zu müssen.“

„Seit wann, Ānanda, kümmert sich denn Anuruddha um Streitigkeiten in der Mönchsgemeinde? Könntest du nicht, Ānanda, alle vorkommenden Streitigkeiten schlichten, zusammen mit Sāriputta und Moggallāna?

Aus vier Gründen, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde. Aus welchen vier Gründen?

Da ist der schlechte Mönch sittenlos, dem Schlechten ergeben, unreinen Geistes, von zweifelhaftem Benehmen, von versteckter Tat; ein Scheinasket, der sich als Asket ausgibt; ein unkeusch Lebender, der sich als keusch lebenden Jünger ausgibt; innerlich verdorben, befleckten Herzens, voller Unrat. Der sagt sich dann: ‚Wenn die Mönche wissen, daß ich sittenlos bin, dem Schlechten ergeben, unreinen Geistes, von zweifelhaftem Benehmen, von versteckter Tat; ein Scheinasket, der sich als Asketen ausgibt; ein unkeusch Lebender, der sich als keusch lebenden Jünger ausgibt; innerlich verdorben, befleckten Herzens, voller Unrat—dies von mir wissend, werden die Mönche, wenn sie in Eintracht leben, mich ausstoßen, entzweit aber werden sie mich nicht ausstoßen.‘ Aus diesem ersten Grunde, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde.

Ferner noch, Ānanda: da hegt der schlechte Mönch verkehrte Ansichten, ist einseitigen Ansichten zugetan. Der sagt sich dann: ‚Wenn die Mönche wissen, daß ich verkehrte Ansichten hege, daß ich einseitigen Ansichten zugetan bin, so werden sie, wenn sie in Eintracht leben, mich ausstoßen, entzweit aber werden sie mich nicht ausstoßen.‘ Aus diesem zweiten Grunde, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde.

Ferner noch Ānanda: da hat der schlechte Mönch einen verkehrten Lebensunterhalt, verschafft sich seinen Lebensunterhalt auf verkehrte Weise. Der sagt sich dann: ‚Wenn die Mönche wissen, daß mein Lebensunterhalt verkehrt ist, daß ich mir meinen Lebensunterhalt auf verkehrte Weise verschaffe, so werden sie, wenn sie in Eintracht leben, mich ausstoßen, entzweit aber werden sie mich nicht ausstoßen.‘ Aus diesem dritten Grunde, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde.

Ferner noch, Ānanda: da trachtet der schlechte Mönch nach Gewinn, Ehre und Ansehen. Der sagt sich dann: ‚Wenn die Mönche wissen, daß ich nach Gewinn, Ehre und Ansehen trachte, so werden sie, wenn sie in Eintracht leben, mir keine Ehre, Achtung, Verehrung und Hochschätzung angedeihen lassen; entzweit aber werden sie mich ehren, achten, schätzen und hochhalten.‘ Aus diesem vierten Grunde, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde.

Aus diesen vier Gründen, Ānanda, freut sich der schlechte Mönch über eine Spaltung in der Mönchsgemeinde.“