Die Fragen des Königs Milinda

Teil 2: Fragen über charakteristische Merkmale

Kapitel 2

3.2.2. Gewissheit hinsichtlich des Nichtwiedergeborenwerdens

Der König sprach: „Ist wohl derjenige, ehrwürdiger Nāgasena, der nicht mehr wiedergeboren wird sich dessen bewußt (das ist der vom Begehren befreite Vollkommen-Heilige,arahatta)?“

„Gewiß, o König.“

„Woher aber weiß er das, o Herr?“

„Weil eben der Grund und die Bedingung zum Wiedergeborenwerden aufgehoben sind.“ (Die Ursache der Wiedergeburt ist nämlich das in den Leidenschaften sich äußernde Begehren,tanhā)

„Erläutere mir dies!“

„Gesetzt, ein Landmann, o König, hätte sein Feld bestellt und gesät, und er füllt nun seine Scheune mit dem Korne. In der Folgezeit aber stellt er seine Arbeit ganz ein und lebt von dem aufgespeicherten Korne, oder er gibt es weg, oder verwendet es nach Bedarf. Wäre sich wohl da, o König, jener Landmann bewußt, daß seine Kornspeicher nicht mehr voll werden?“

„Gewiß, o Herr.“

„Woher aber weiß er das, o König?“

„Weil eben der Grund und die Bedingung, die erforderlich sind, daß sich seine Kornspeicher füllen, aufgehoben sind.“

„Genau so, o König, weiß man, wenn der Grund und die Bedingung zum Wiedergeborenwerden aufgehoben sind, daß man nicht mehr wiedergeboren wird.“

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“