Die Fragen des Königs Milinda

Teil 3: Lösungen der Zweifel

Kapitel 4

3.4.4. Grund der Ungleichheit in der Welt

Der König sprach: „Aus welchem Grunde wohl, o Herr, sind sich die Menschen nicht alle gleich? Warum sind zum Beispiel die einen kurzlebig und die anderen langlebig, die einen kränklich und die anderen gesund, die einen hässlich und die anderen schön, die einen machtlos und die anderen mächtig, die einen arm und die anderen reich, die einen von niedriger Abstammung und die anderen von hoher Abstammung, die einen dumm und die anderen weise?“

„Warum sind wohl, o König, nicht alle Kräuter gleich?“?—fragte der Ordensältere- „sondern einige sauer, einige salzig, einige bitter, einige scharf, einige herb und einige süß?“

„Ich denke wohl wegen der Verschiedenheit des Samens, o Herr.“

„Genau so, o König, sind wegen der Verschiedenheit ihrer (in früherem Leben verübten) Werke nicht alle Menschen gleich, sondern die einen kurzlebig und die anderen langlebig, die einen kränklich und die anderen gesund, die einen hässlich und die anderen schön, die einen machtlos und die anderen mächtig, die einen arm und die anderen reich, die einen von niedriger Abstammung und die anderen von hoher Abstammung, die einen dumm und die anderen weise. Auch der Erhabene, o König, hat gesagt: ‚Eigner der Taten sind die Wesen, o Brahmane, Erben der Taten; die Taten sind ihre Wiege, sind ihre Freunde und ihre Zuflucht. Die Tat scheidet die Wesen in hoch und niedrig‘.“?

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“