Die Fragen des Königs Milinda

Teil 3: Lösungen der Zweifel

Kapitel 5

3.5.10. Buddhas Nachweisbarkeit

Der König sprach: „Gibt es denn den Buddha, ehrwürdiger Nāgasena?“

„Gewiß gibt es den Buddha, o König.“

„Kann man aber, ehrwürdiger Nāgasena, zeigen, daß der Buddha hier oder dort da ist?“

„Nein, o König, völlig erloschen ist ja der Erhabene in dem von jeder Daseinsspur freien Element der Erlösung (Nibbāna). Und es ist unmöglich, den Erhabenen irgendwo aufzuzeigen.“

„Gib mir einen Vergleich!“

„Was meinst du, o König: kann man wohl, nachdem die Flamme einer großen brennenden Feuermasse erloschen ist, diese Flamme noch irgendwo aufzeigen?“

„Nein, o Herr, erloschen ist ja jene Flamme, ist unsichtbar geworden.“? (appaññattim gatā, wörtlich: „zur Unerkennbarkeit gegangen“)

„Ebenso auch, o König, ist der Erhabene in dem von jeder Daseinsspur freien Elemente der Erlösung völlig erloschen und verschwunden. Und es ist unmöglich, den Erhabenen irgendwo aufzuzeigen. Im Körper seiner Lehre aber (Dhamma-kāya), o König, da kann man den Erhabenen nachweisen, denn vom Erhabenen, o König, wurde die Lehre verkündet.“

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“