Die Fragen des Königs Milinda

Teil 4

Kapitel 1

4.6. Die Tugenden eines Laienanhängers

„Gut“, stimmte der Ordensältere bei und erklärte ihm sodann die zehn Tugenden eines Laienanhängers, indem er sprach: „Folgende zehn Tugenden eines Laienanhängers gibt es, o König. Welche zehn?

  • Ein Laienanhänger, o König, teilt der Jüngerschaft Freuden und Leiden (Er nimmt tätigen Anteil an der Wohlfahrt des Klosters, mit dem er in Verbindung steht).
  • Die Lehre nimmt er zum Führer (dhammādhipateyyo, er gibt der Lehre den Vorrang, sie ist das für ihn Bestimmende).
  • Er findet Freude daran, nach Kräften Gaben zu verteilen.
  • Bemerkt er einen Niedergang in der Lehre des Erhabenen, so strebt er nach ihrem erneuten Wachstum.
  • Rechte Erkenntnis besitzt er.
  • Er ist frei von Aberglauben (wie dem) an Vorzeichen und würde, selbst nicht für sein Leben, einen anderen Meister sich erwählen.
  • Er beherrscht sich in Werken und Worten.
  • Die Eintracht liebt er, an Eintracht findet er Freude.
  • Keine Eifersucht kennt er, und führt nicht ein buddhistisches Leben in trügerischer, heuchlerischer Weise.
  • Er hat seine Zuflucht genommen zum Erleuchteten, zur Lehre und zur Jüngerschaft (tiratana).

Dies, o König, sind die zehn Tugenden eines Laienanhängers. Und alle diese Tugenden sind in dir anzutreffen. Darum ist es richtig und in der Ordnung, dir angemessen und deine Pflicht, daß du, der du den Verfall der Lehre siehst, ihr erneutes Wachstum herbeisehnst. Ich gebe dir also die Erlaubnis, mir Fragen zu stellen, so viele du willst.“