Die Fragen des Königs Milinda
Teil 4
Kapitel 7
6.2.4. Was gibt es nicht in der Welt?
„Es finden sich, o Ehrwürdiger, Erleuchtete (Buddhā) in der Welt, Einzelerleuchtete (pacceka-buddhā), Jünger des Vollendeten, Weltherrscher, Menschen und Götter; man findet Reiche und Arme, Glückliche und Unglückliche; man sieht am Manne weibliche Merkmale und am Weibe männliche Merkmale auftreten; man findet gutes und böses Wirken und Wesen, die die Früchte guter und böser Taten genießen.
Man findet in der Welt eiergeborene, leibgeborene, durch Gärung erzeugte und spontan (elternlos) entstandene Wesen.
Man findet fußlose Wesen, Zweifüßer, Vierfüßer und Vielfüßer.
Man findet in der Welt Gespenster, Unholde, Dämonen, Titanen, Genien, Geister der Abgestorbenen und Kobolde.
Es gibt Halbmenschen, Schlangengeister, Drachen, Vogelgeister, Zauberer und Beschwörer.
Es gibt Elefanten, Rosse, Rinder, Büffel, Kamele, Esel, Ziegen, Schafe, Hirsche, Schweine, Löwen, Tiger, Panther, Bären, Wölfe, Hyänen, Hunde, Schakale und vielerlei Vögel.
Es gibt Gold, Silber, Perlen, Juwelen, Muscheln, Steine, Korallen, Rubine, Smaragd, Beryll, Diamant, Kristall, Eisen, Kupfer, Messing und Bronze.
Es gibt Flachs, Seide, Baumwolle, Hanf und Wolle.
Es gibt Reis, Gerste, Hirse, Kudrūsa-Korn, Schminkbohnen, Weizen, Mungbohnen, Masabohnen, Sesam und Wicken.
Es gibt Riechstoffe aus Wurzeln, Kernholz, Grünholz, Rinde, Blättern, Blüten, Früchten und alle Düfte enthaltende Mischungen.
Es gibt Gras, Schlingpflanzen, Büsche, Bäume, Kräuter und wilde Fruchtbäume, Flüsse, Berge und Meere, Fische und Schildkröten.
Alles das gibt es in der Welt. Was es aber nicht in der Welt gibt, das mögest du mir erklären.“
„Drei Dinge, o König, gibt es nicht in der Welt: welche drei?
- Lebendige oder unlebendige Dinge, die frei wären von Alter und Tod: so etwas gibt es nicht in der Welt.
- Beständigkeit der Gebilde: das gibt es nicht in der Welt.
- Und (beharrendes) Wesen (satta) ist, im höchsten Sinne genommen, nicht anzutreffen.
Diese drei Dinge, o König, gibt es nicht in der Welt.“
„Vortrefflich, ehrwürdiger Nāgasena! So ist es, und so nehme ich es an.“