Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 1
7.2.10. Der Affe
„Zwei Eigenschaften des Affen, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie der Affe, o König, wenn er sich eine Unterkunft sucht, sich einen solchen Ort wählt, wie etwa einen einsamen, über und über mit Ästen bedeckten, ihn vor Gefahren schützenden ganz hohen Baum: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, bei einem edlen Freunde und Lehrer wohnen, der Schamgefühl besitzt, edel ist, sittenrein, dem Guten ergeben, wissensreich und ein Kenner des Gesetzes, ein freundlicher, ernster, würdiger Lehrer, nachgiebig und befähigt, zu ermahnen, zu erklären, zu unterweisen, anzuspornen, zu ermutigen und anzufeuern. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Affen, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Affe stets auf dem Baume läuft, steht, sitzt und schläft und dort während der Nacht verweilt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sich dem Walde zuwenden, sich bloß im Walde aufhalten, dort gehen, sitzen, liegen und schlafen, und Erfahrung gewinnen in den Grundlagen der Achtsamkeit. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Affen, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Sāriputta, der Feldherr des Gesetzes, hat gesagt:
Ob er da gehet oder steht,
Ob er da sitzet oder liegt:
Im Walde hell der Mönch erstrahlt,
Der Wald vom Herrn gepriesen ward.“