Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 3
7.4.7. Der Mond
„Fünf Eigenschaften des Mondes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, während der hellen Monatshälfte der aufgehende Mond beständig zunimmt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, immer stärker werden in seinem Wandel, in der Sittlichkeit, der Tugend und der Erfüllung der Pflichten, in der Verwirklichung der Botschaft, in der Abgeschiedenheit, den Grundlagen der Achtsamkeit, der Zügelung der Sinnentore, der Mäßigkeit beim Mahle und der Pflege der Wachsamkeit. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Mondes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Mond ein mächtiger Meister ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, ein mächtiger Meister des Willens sein. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Mondes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Mond während der Nacht seine Wanderungen macht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, abgeschieden leben. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Mondes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Mond auf seinem Schlosse eine Flagge trägt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Sittlichkeit zur Flagge haben. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Mondes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, nur auf Wunsch und Bitten hin der Mond aufgeht (Nach altindischem Volksglauben sind Sonne und Mond Gottheiten): so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, nur aufgefordert und gebeten sich zu den Familien hinbegeben. Das, o König, ist die fünfte Eigenschaft des Mondes, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt in der hehren Samyutta-Sammlung: ‚Dem Monde gleichend, ihr Mönche, möget ihr euch zu den Familien hinbegeben. Und im Tun und Denken euch zurückhaltend, sollt ihr dort allzeit bescheiden sein, wie Neulinge bei ihrem ersten Besuche in den Familien.‘“