Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 5

7.6.5. Die Eule

„Zwei Eigenschaften der Eule, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, die Eule mit den Krähen in Feindschaft lebt und sich des Nachts zum Krähenschwarme begibt und dort gar manche Krähe tötet: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, mit der Unwissenheit in Feindschaft leben und von seinem einsamen Verstecke aus die Unwissenheit zerschmettern, von Grund aus vernichten. Das, o König, ist die erste Eigenschaft der Eule, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, die Eule sich versteckt hält: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Abgeschiedenheit lieben, an der Abgeschiedenheit Gefallen finden. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft der Eule, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt in der hehren Samyutta-Sammlung: ‚Da, ihr Mönche, liebt der Mönch die Abgeschiedenheit, findet an der Abgeschiedenheit Gefallen. Und er erkennt der Wirklichkeit gemäß, was Leiden ist; er erkennt der Wirklichkeit gemäß, was die Entstehung des Leidens ist; er erkennt der Wirklichkeit gemäß, was die Aufhebung des Leidens ist; und er erkennt der Wirklichkeit gemäß, was der zur Leidensaufhebung führende Pfad ist.‘“