Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 6
7.7.2. Der Säugling
„Eine Eigenschaft des Säuglings, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches ist diese?“
„Gleichwie, o König, der Säugling sich an seinen eigenen Vorteil klammert und schreit, wenn er Milch haben will: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sich an sein eigenes Heil klammern und überall der Erkenntnis des Gesetzes leben, sei es beim Belehren oder Befragen, beim ernsten Streben, in der Abgeschiedenheit, beim Zusammenleben mit seinem Lehrer, oder im Verkehre mit edlen Freunden. Das, o König, ist die eine Eigenschaft des Säuglings, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt in der Sammlung der Langen Lehrreden im Mahā Parinibbāna-Sutta: ‚Kommt, Ananda, kämpft um das eigene Heil, strebt nach dem eigenen Heil! Lebet für euer eigenes Heil, unablässig, eifrig, selbstentschlossen!‘“