Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 7
7.8.2. Das Eisen
„Zwei Eigenschaften des Eisens, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, gut gehärtetes Eisen seinen Zweck erfüllt: so auch erfüllt des Yogi Geist, sobald er in weiser Erwägung gefestigt ist, seinen Zweck. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Eisens, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, das Eisen das einmal aufgesogene Wasser nicht wieder ausscheidet: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, nie wieder das einmal aufgestiegene Vertrauen aufgeben, das da sagt: ‚Gewaltig ist jener Erhabene, Vollkommen-Erleuchtete, wohldargetan das Gesetz, von vollkommenem Wandel die Jüngerschar.‘ Und nie soll er wieder aufgeben die einmal aufgestiegene Erkenntnis, daß Form, Gefühl, Wahrnehmung, Geistesbildungen und Bewußtsein vergänglich sind. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Eisens, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, hat gesagt:
Ist der Erkenntnisblick einmal geläutert,
So dringt, in edler Lehre fest, vollkommen,
Der Mensch nicht nur zu mannigfachen Zielen,
Nein, völlig dringt er durch bis zur Erlösung.“