Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 7

7.8.3. Der Schirm

„Drei Eigenschaften des Schirmes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, der Schirm über dem Haupte schwebt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sich über die Leidenschaften erheben. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Schirmes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Schirm von einer an der Spitze befestigten Stütze getragen wird: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die weise Erwägung zur Stütze haben. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Schirmes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Schirm Wind, Sonne und Regen abhält: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, von sich abwehren den großen Wind der von vielen Asketen und Priestern gehegten verschiedenartigen Ansichten, so auch die dreifache Feuersglut (von Gier, Haß und Verblendung), sowie den Regen der Leidenschaften. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Schirmes, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Sāriputta, o König, der Feldherr des Gesetzes, hat gesagt:

Gleichwie ein weitgespannter Schirm,
Der fest gefügt ist, ohne Loch,
Vor Wind schützt und vor Sonnenglut
Und Regen, der da niederströmt:

So hält des Buddha reiner Jünger
Den Schirm der Sittlichkeit empor,
Wehrt ab der Leidenschaften Regen,
Die dreifältige Feuersglut.“