Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 7

7.8.4. Das Reisfeld

„Drei Eigenschaften des Reisfeldes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, das Reisfeld mit Kanälen versehen ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, versehen sein mit den Kanälen eines guten Lebenswandels und der Erfüllung mannigfacher (mönchischer) Pflichten. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Reisfeldes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, das Reisfeld einen Grenzdamm hat, und man vermittels dieses Dammes das Wasser zurückhält und dadurch das Korn zur Reife bringt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, Sittlichkeit und Schamgefühl zum Grenzdamm haben und, vermittels dieses Dammes sein Asketentum schützend, sich die Früchte des Asketentums erringen Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Reisfeldes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, das Reisfeld, wenn es sein hohes Wachstum zeigt, dem Landmann Freude bereitet und schon bei geringer Aussaat eine reiche Ernte bringt, und bei großer Aussaat eine noch reichere: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, ein hohes Wachstum zeigen und hohe Früchte zeitigen; und er soll seinen Unterstützern zur Freude gereichen dadurch, daß schon eine kleine (von ihnen gegebene) Gabe reiche Früchte bringt, und eine große Gabe noch reichere. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Reisfeldes, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Upāli, o König, der Träger der Ordensdisziplin, hat gesagt:

Dem Felde soll man ähnlich sein,
Soll bringen hohe, reiche Frucht.
Der nämlich ist der beste Boden,
Der Früchte bringt im Überfluß.“