Petavatthu
Buch 2
4. Nandā
Nandasena:
So schwarz und missgefärbt bist du,
rauh und gar schmerzlich anzuseh’n,
die Augen rötlich, Zähne gelb.
Ich glaub nicht, dass du bist ein Mensch.Petī:
Ich, Nandasena, Nandā bin,
die früher deine Gattin war.
nachdem ich böses Werk gewirkt,
gelangt ich in die Petawelt.Nandasena:
Was hast du Böses denn getan
in Taten, Worten und im Geist,
das du als Ernte für dies Werk
zur Petawelt hinabgelangt?Petī:
Gar heftig war ich einst und barsch,
zeigt’ keine Achtung gegen dich.
Weil böse Worte ich gesagt,
gelangt ich in die Petawelt.Nandasena:
Hier gebe ich dir ein Gewand,
und dieses Kleidungsstück zieh an,
und wenn du’s angezogen hast,
dann will ich dich nach Hause führ’n.Gewänder, Essen, Trinken auch
wirst haben du in meinem Haus,
und deine Söhne wirst du seh’n
und deine Schwiegertöchter auch.Petī:
Was deine Hand in meine gibt,
kommt mir zugute aber nicht.
Die Mönche, die in Tugend reif,
befreit vom Reiz, erfahren viel,erquicke die mit Speis und Trank
und widme diese Gabe mir.
Dann werde wieder glücklich ich,
und alle Wünsche sind erfüllt.Sprecher:
„Sehr wohl“, sagt er darauf zu ihr,
und reichlich Gaben er verteilt
zum Essen, Trinken, Kuchen auch
und Kleidung, Sitz und Lager noch,
Schirm, Salben, Blumenschmuck dabei
und außerdem Sandalen viel.So Mönche, die in Tugend reif,
die ohne Reiz, gar viel erfahr’n,
erfrischte er mit Speis und Trank
und übertrug die Gabe ihr.Sofort nach dieser Zuweisung,
da zeigte sich die Ernte schon
an Speise, Kleidung und an Trank:
Das war hier dieser Gabe Frucht.Darauf in glänzend reinem Kleid
—Benaresseide trug sie wohl—,
geschmückt mit allerschönstem Stoff,
so kam sie auf den Gatten zu.Nandasena:
Gar überschön bist nunmehr du,
wie du da stehst, o Göttliche,
nach zehn der Seiten strahlend hin,
so wie der Morgenstern es tut.Woher bist du geworden so,
weshalb hast dieses du erlangt
und fallen dir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind?Ich frage dich, o Göttin, du Vielmächt’ge,
du menschennaher Geist, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?Petī:
Ich, Nandasena, Nandā bin,
die früher deine Gattin war.
Nachdem ich böses Werk gewirkt,
gelangt ich in die Petawelt.Durch deine Spende, die du gabst,
erfreue ich mich ohne Furcht.
Lang leben mögest, Hausherr, du,
mit allen den Verwandten dein.
Wo’s Kummer nicht, nicht Trübung gibt,
zu Selbstgewalt’gen mög’st du geh’n.Der Lehre folgend nach allein
und Gaben gebend, Hausherr du,
des Geizes Übel tilgend aus
mit seiner Wurzel, tadelfrei
wirst du zum Himmel gehen ein.