Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Zwanziger-Bruchstück

16.5. Mālunkyaputto

Sieht er Gestalt, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran festgebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
Gestalten immer mehr entstehn,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbāna“ wird’s genannt.

Hört er Getön, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran festgebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
und Töne immer mehr entstehn,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbāna“ wird’s genannt.

Riecht er Geruch, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran fest gebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
Gerüche immer neu entstehn,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbāna“ wird’s genannt.

Schmeckt er Geschmack, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran fest gebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
Geschmäcke immer neu entstehn,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbāna“ wird’s genannt.

Spürt er Getast, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran fest gebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
Berührung immer neu entsteht,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbānam“ wird’s genannt.

Hat er gedacht, vergißt die Sati,
bedenkt dies Zeichen nur als „lieb“,
ist er im Herzen tief erregt,
dran fest gebunden bleibt er stehn.

Ihm mehren die Gefühle sich,
Gedankendinge stets entstehn,—
Verlangen und Verdruß in einem,
sein Herz wird ihm verdorben ganz,—
so häuft er weiter Leiden an,
„fern vom Nibbāna“ wird’s genannt.

Erregt er nicht sich bei Gestalten,
sieht die Gestalt, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er nun erblickt Gestalt,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft er sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbānam“ wird’s genannt.

Erregt er nicht sich bei Getön,
hört einen Ton, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er nun Getöne hört,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbāna“ wird’s genannt.

Erregt er nicht sich bei Gerüchen,
riecht den Geruch, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er den Geruch gerochen,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft er sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbānam“ wird’s genannt.

Erregt er nicht sich bei Geschmäcken,
schmeckt er Geschmack, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er den Geschmack genießt,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft er sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbānam“ wird’s genannt.

Erregt er nicht sich bei Getast,
fühlt er Getast, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er das Getast nur spürt,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft er sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbānam“ wird’s genannt.

Erregt er sich nicht bei Gedanken,
denkt er ein Ding, stellt Sati auf:
ist er im Herzen nicht erregt,
nicht dran gebunden bleibt er stehn.

Selbst wenn er nun das Ding gedacht,
sich einläßt auch auf das Gefühl,
wird’s abgebaut, nicht angehäuft:
so dieser lebt in Achtsamkeit,
so häuft er sich nicht Leiden an,
„nah am Nibbānam“ wird’s genannt.