Vimānavatthu
Wege zum Himmel
20. (II, 3): Die Reisschaum-Spenderin
Sakka:
Als du auf dem Almosengang
bist schweigend da gestanden still,
bei armer Frau, die elend lebt
da hinterm Hause anderer,da gab sie Reisschaum heit’ren Sinns,
sie gab mit eig’ner Hand ihn dir.
Nachdem den Menschenleib sie ließ,
wohin ist sie gegangen dann?Kassapa:
Als ich auf dem Almosengang
bin schweigend stillgestanden da
bei armer Frau, die elend lebt
da hinter’m Hause anderer,da gab sie Reisschaum heitren Sinns,
sie gab ihn mir mit eig’ner Hand.
Nachdem den Menschenleib sie ließ,
ist sie gestorben, gut befreit.Die schaffensfreudig sind genannt,
die Götter sind von großer Macht,
dort lebt nun glücklich diese Frau,
die Reisschaum gab, in reicher Freud.Sakka:
Aha, die Gabe dieser Frau
ist gut auf Kassapa gestützt.
Das, was von andern sie erhielt,
das reift als eig’ne Gabe ihr.Die als Gemahlin würde sein
des Weltenkaisers Kaiserin,
mit aller Anmut wohl geziert,
dem Gatten lieblich anzuschau’n,
ist doch ein Sechzehntel nicht wert
von jener Reisschaumgabe wohl.An hundert Ilphe, Rosse auch,
an hundert Maultierwagen noch,
an tausend schöne Jungfrauen,
mit allerschönstem Ohrenschmuck,
sind doch ein Sechzehntel nicht wert
von jener Reisschaumgabe wohl.Gar hundert vom Himālaya
an Elefant’ mit ihren Zähn’,
mit goldnen Ketten da versehn,
mit goldnem Zierrat da geschmückt,
die sind ein Sechzehntel nicht wert,
von jener Reisschaumgabe wohl.Selbst wer der Kontinente vier
als Weltenherrscher sollt regier’n,
das wär ein Sechzehntel nicht wert
von jener Reisschaumgabe wohl.