Vimānavatthu

Wege zum Himmel

21. (II, 4): Die Niederkastige

Die Füße Gotamas, voll Ruhm,
mög’st, Niederkast’ge, du verehr’n.
Allein aus Mitleid mit dir hielt
der höchste Seher bei dir an.

Wend heiter deinen Geist ihm zu,
wie’s einem Heiligen gebührt,
begrüß ihn mit dem Handgruß schnell,
denn deine Lebenszeit sich neigt.

Ermahnt von dem, der selbstlos ist,
der seinen letzten Körper trägt,
die Tiefgeborne fiel zu Füß’
dem ruhmesreichen Gotama.

Da tötet eine Kuh sie gleich,
wie sie noch mit dem Handgruß stand,
sich beugend vor erwachtem Herrn,
der da den Blinden Licht verleiht.

Göttin:
Den Triebversiegten ohne Fehl und Regung,
der abgeschieden einsam sitzt im Wald,
den mächt’gen Helden ja, den grüß ich,
nachdem ich göttlich magisch Macht erlangt.

Moggallāna:
Gar gülden strahlend bist du ruhmvoll
von dem Vimāna, der geschmückt, gestiegen,
umgeben auch von einer Nymphenschar.
Wer bist du, schöne Göttin, die mich grüßt?

Göttin:
Die Niederkast’ge bin ich, Herr,
von dir veranlasst, starker Held,
fiel ich zu Füßen Gotama,
dem Heil’gen, der da voller Ruhm.

Nachdem ich also ihn verehrt,
schied ich vom Niedrigkasten-Schoß,
im Wonnehain erschien ich dann,
in dem Vimāna allwärts schön.

Der Nymphen Hunderttausende,
die stehen mir zu Diensten nun,
sie überrage vielfach ich
an Schönheit, Ruhm und Lebenskraft.

Nachdem ich trefflich hab gewirkt,
ganz klarbewusst, ganz eingedenk,
da grüße ich den Muni nun,
der sich der ganzen Welt erbarmt.

Sprecher:
Die Niedrigkast’ge also sprach,
voll Dankbarkeit, erkenntlich auch,
zu Füßen grüßt den Heiligen
und dann entschwand sie allsogleich.