Vimānavatthu
Wege zum Himmel
29. (III, 1): Prächtig
Moggallāna:
Gar prächtig allerwärts hier scheint
dein Ruhm und deine Schönheit auch.
Es tanzen, singen Göttinnen
und Göttersöhne, reich geschmückt.Sie machen, Göttin, froh dich hier,
sie dienen mit Verehrung dir.
Die goldenen Vimānas hier
gehören dir, schön anzuschaun.Du bist der Herrscher über sie,
und jeder Wunsch wird dir erfüllt,
hochwohlgeboren bist du groß,
im Götterkreise freust du dich.
Ich frage also, Göttin, dich:
Von welchem Wirken ist’s die Frucht?Woher bist du geworden so,
weshalb hast dieses du erlangt
und fallen dir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind?Ich frage dich, o Göttin, du Vielmächt’ge,
als Mensch du warst, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?Sprecher:
Die Göttin, die im Geist beglückt,
als Moggallāna sie befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.Göttin:
Als unter Menschen einst ich Mensch geworden,
zuletzt geboren in der Menschenwelt,
war Schwiegertochter, wo man tugendlos,
ich unter Glaubenslosen, Knickrigen.In Tugend, in Vertrau’n bewährt,
an Geben immer hocherfreut,
dem Pilger auf Almosengang,
dem spendete ich einen Keks.Als Schwiegermutter ich erzählt:
„Es kam hier ein Asket herein,
dem gab ich eigenhändig froh
mit heitrem Herzen einen Keks“,da machte sie Vorwürfe mir:
„Du ungezognes Schwiegerkind,
nicht einmal hast gefragt du mich,
‘Asketen möcht’ ich geben was’.“Die Schwiegermutter dann in Wut
schlug mit der Mörserkeule mich,
verwundet an der Schulter mich.
Nicht länger leben konnt’ ich mehr.Nachdem den Leib ich abgelegt,
befreit von ihm schied ich da ab.
Bei Dreiunddreißig Göttern dann
gesellt bin ich erschienen gleich.Daher kommt mir solch Schönheit zu,
das ist’s, was mir nach hier gedieh,
daher erlangt die Fülle ich,
an dem, was meinem Geiste lieb.So zeigt ich dir, o Mönch, der du gar mächtig,
was ich als Mensch mir an Verdienst erwirkt hab,
daher kommt’s, dass ich so mächtig strahle,
dass meine Schönheit jede Richtung überhellt.