Vimānavatthu

Wege zum Himmel

30. (III, 2): Die Spenderin von Zuckerrohr

Moggallāna:
Den Erdkreis mit der Götterschar erhellst du,
du strahlst gleichwie Sonne und der Mond
durch Glück und Schönheit, Ruhm und Glut, wie Brahma
über Götterkönig samt den Dreiunddreißig.

Ich frage dich, die Lotuskränze schmücken
am Kopfe, von der die Haut so gülden glänzt,
die da geschmückt mit schönster Kleider Zier:
Wer bist du, schöne Göttin, die mich grüßt?

Was für ein Wirken hast gewirkt du einstmals,
als Mensch du warst in der Geburt, der letzten?
Gabst Gaben? Hast in Tugend dich gezügelt?
Wodurch kamst du auf gute Fährte ruhmvoll?
Befragt, o Göttin, sage mir,
welch Wirken ist dir wohl gereift?

Göttin:
In eben diesen Ort kamst du, o Herr,
auf deinem Bettelgang zu unserm Haus.
Da gab ich dir vom Zuckerrohr ein Stück
mit heitrem Herzen, unermesslich jubelnd.

Die Schwiegermutter später naht sich mir:
„Wo ließt du, Schwiegertochter,
denn mein Zuckerrohr?“
„Ich warf es weder fort, noch aß ich’s selber,
gestilltem Mönch hab ich’s gegeben.“

„Wer hat hier was zu sagen, he? Du oder ich?“
So machte Vorwürfe die Schwiegermutter mir,
ergriff da einen Stuhl und gab mir einen Schlag.
Ich starb daran, und jetzt bin eine Göttin ich.

Das heilsam Wirken, das einst ward getan von mir,
das Werk, das Wohl aufzieht, das genieße ich.
mit Göttern pfleg vertrauten Umgang ich,
an fünf der Wunschgenüsse hier erfreu ich mich.

Das heilsam Wirken, das einst ward getan von mir,
das Werk, das Wohl aufzieht, das genieße ich.
Der Götterkönig schützt, die Dreißig hüten mich,
mit Wunschgenüssen fünf bin reichlich ich versehn.

So ist die Frucht von dem Verdienst nicht wenig.
Ich gab nur Zuckerrohr, doch bracht es Reife groß.
Mit Göttern pfleg vertrauten Umgang ich.
an fünf der Wunschgenüsse hier erfreu ich mich.

So ist die Frucht von dem Verdienst nicht wenig.
Die Gabe „Zuckerrohr“ erstrahlt mächtig groß.
Der Götterkönig schützt, die Dreißig hüten mich,
bin wie der Tausendäugige im Wonnehain.

Dir, Herr, der du mitleidig weise bist,
bin ich genaht, fragt dich nach dem, was heilsam ist,
dann gab ich dir ein Stückchen Zuckerrohr
mit heitrem Herzen, unermesslich jubelnd.