Vimānavatthu
Wege zum Himmel
50. (IV, 12): Rajjumālā
Moggallāna:
Gar überschön bist prächtig du,
wie du da stehst, o Göttliche.
Du tanzest da zu der Musik,
begleitest sie mit Hand und Fuß.Göttin:
Ich war einst eine Dienerin
in Gāya in Brahmanenhaus;
Verdienst und Glück mir fehlten da,
Rajjumālā war ich genannt.Mit Drohungen und Heftigkeit
ward ich beschimpft, geschlagen auch.
Da einen Eimer ich ergriff
und ging zum Wasserholen so.Ich ging vom Weg, stellt Eimer hin,
in dichten Wald begab ich mich:
„Dort will ich sterben allsogleich,
was soll mir Leben länger noch?“Ich knüpfte eine Schlinge fest
und schlug sie über einen Ast.
Ich blickte dann noch ringsumher,
ob mich da keiner stören könnt.Da hab Erwachten ich erblickt,
den Muni, aller Welt zum Heil,
wie unter einem Baum er saß,
als Schauender, ganz ohne Furcht.Da ward ergriffen ich sofort,
gesträubten Haar’s ich wundert mich:
„Wer sitzt da wohl im Walde hier?
Ob Mensch es oder Gottheit ist?“Der heit’re Heiterkeit verströmt,
im Wahneswald ohn’ Wähnen er.
Ihn sehend heiter ward mein Geist:
„Dies ist gewiss nicht irgendwer!“Bewacht die Sinne, schauungsfroh,
der Geist nach auswärts nicht zerstreut,
auf’s Wohl der ganzen Welt bedacht:
Das kann nur der Erwachte sein.Anfechtbar nicht durch Furcht und Angst,
wie Löwe in der Höhle weilt,
gar selten trifft man solchen ja
wie Blüte vom Udumbara.Vollendeter mit mildem Wort
mich redete dann also an:
„Rajjumālā“, sagt er zu mir,
„nimm Zuflucht beim Vollendeten.“Ich hört sein Wort, das fehlerlos,
zum Heile dienend, völlig rein,
sanft, milde, lieblich anzuhör’n,
das allen Kummer ganz vertilgt.Er sah ja, dass mein Herz bereit,
dass es war heiter, rein der Geist.
Auf’s Wohl der ganzen Welt bedacht,
hat mich Vollendeter belehrt.„Das ist das Leiden“, sagte er,
„das ist’s, was Leid entwickeln lässt,
so löst sich’s auf, so ist der Weg,
der gradwegs ins Todlose taucht.“Er nahm sich meiner an geschickt,
fest stand ich in der Lehre nun,
Todloses fand, die Stille, ich,
Nibbāna, Stätte, die nicht wankt.In Liebe stand ich nunmehr fest,
erblickte das, was nicht vergeht,
Vertraun, das war verwurzelt nun,
des Buddha echte Tochter ich.Jetzt bin ich froh hier und vergnügt,
kann freuen mich, befreit von Furcht,
ich trage einen Himmelskranz,
und süßen Nektar trinke ich.Zu Heile vieler in der Welt
erscheinen die Vollendeten.
Der Menschengaben Würdigste,
sie schaffen Felder für Verdienst.
Wenn man dort hat gewirkt ein Werk,
dann Geber freut im Himmel sich.