Vimānavatthu

Wege zum Himmel

6. Das Boot I

Moggallāna:
Im Boot mit güld’nem Sonnendach
seh ich, o Frau, dich stehen hier,
und du pflückst aus dem Lotusteich
die Lotusblüten mit der Hand.

Woher solch Schönheit kommt dir zu?
Was war’s, das dir nach hier gedieh?
Woher erlangtest Fülle du,
an dem, was deinem Geiste lieb?

So frag ich dich, o Göttin, die gar mächtig:
Als Mensch du warst, was an Verdienst hast du gewirkt?
Woher kommt es, dass du so mächtig strahlst,
dass deine Schönheit jede Richtung überhellt?

Sprecher:
Die Gottheit, die im Geist beglückt,
als Moggallāna sie befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.

Göttin:
Als unter Menschen einst ich Mensch geworden,
als ich in Menschenwelt zuletzt geboren,
sah Mönche, ausgedörrt, erschöpft: entschlossen
kurz, gab ich zu trinken Wasser ihnen da.

Wer da Erschöpften, die ganz durstig sind,
entschlossen kurz, zu trinken Wasser gibt,
für den wird’s kühle Wasserströme geben,
voll Blumenschmuck und auch an Lotus reich.

Und überall wird Wasser ihn umfließen,
ein Strom mit kühlem Wasser, schönem Strand,
mit Mangos, Salas, Tilak, Rosenäpfeln,
Begonien und Trompetenbäumen voll erblüht.

Ein solcher in entzückend Gegend findet
Vimānas besten, prächtig leuchtend ihm.
Das ist die Frucht, aus solchem Werk entsprungen:
Wer sich Verdienst erwirkte, dies erlangt.

Daher kommt mir solch Schönheit zu,
das ist’s, was mir nach hier gedieh,
daher erlangt die Fülle ich
an dem, was meinem Geiste lieb.

So zeigt ich dir, o Mönch, der du gar mächtig,
was ich als Mensch mir an Verdienst gewirkt.
Daher kommt es, dass ich so mächtig strahle,
dass meine Schönheit jede Richtung überhellt.