Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
129. Das Weib
Es begab sich der ehrwürdige Anuruddha dorthin, wo der Erhabene weilte. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend, sprach der ehrwürdige Anuruddha zum Erhabenen also:
„Mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, sehe ich häufig, o Herr, wie ein Weib bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in niederer Welt erscheint, auf einer Leidensfährte, in Daseinsabgründen, in der Hölle. Mit wie vielen Eigenschaften aber behaftet, o Herr, erscheint das Weib bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in niederer Welt, auf einer Leidensfährte, in Daseinsabgründen, in der Hölle?“
„Mit drei Eigenschaften behaftet, Anuruddha, erscheint das Weib bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in niederer Welt, auf einer Leidensfährte, in Daseinsabgründen, in der Hölle. Mit welchen drei Eigenschaften?
- Da lebt das Weib des Morgens mit einem vom Laster des Geizes gefesselten Herzen im Hause,
- lebt des Mittags mit einem vom Laster des Neides gefesselten Herzen im Hause,
- lebt des Abends mit einem von Sinnengier gefesselten Herzen im Hause.
Mit diesen drei Eigenschaften gefesselt, Anuruddha, erscheint das Weib bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in niederer Welt, auf einer Leidensfährte, in Daseinsabgründen, in der Hölle.“