Aṅguttara Nikāya

Das Fünfer-Buch

103. Der Räuber

Ein großer Räuber, ihr Mönche, bei dem fünf Bedingungen anzutreffen sind, bricht in Häuser ein, geht auf Raub aus, plündert ein ganzes Haus und lauert als Wegelagerer auf. Welches sind die fünf Bedingungen?

Da ist ein großer Räuber ein Freund unwegsamer Plätze, ein Freund des Dickichts, ein Freund der Mächtigen, ist freigebig mit seinen Schätzen und zieht allein seines Weges.

Wie aber ist ein großer Räuber ein Freund unwegsamer Plätze? Da lebt ein großer Räuber an einem schwer passierbaren Flusse oder auf einem schwer zugänglichen Berge.

Wie aber ist ein großer Räuber ein Freund des Dickichts? Da lebt ein großer Räuber in einem Buschland, in einem Baumdickicht, in einem dichten Dschungel oder einem großen Waldgelände.

Wie aber ist ein großer Räuber ein Freund der Mächtigen? Da ist ein großer Räuber ein Freund von Fürsten oder Ministern, und er weiß: ‚Sollte mich irgendeiner anklagen, so werden diese Fürsten und Minister die Sache bei einer Verhandlung umgehen.‘ Wenn ihn nun einer anklagt, so umgehen diese Fürsten und Minister die Sache, wenn es zur Verhandlung kommt.

Wie aber ist ein großer Räuber freigebig mit seinen Schätzen? Da ist der Räuber wohlhabend, besitzt großen Reichtum, große Schätze; und er denkt bei sich: ‚Sollte mir irgendeiner etwas sagen, so werde ich ihn mit meinen Schätzen gewinnen!‘ Wenn dann irgendeiner ihm etwas sagt, so gewinnt er ihn alsbald mit seinen Schätzen.

Wie aber zieht der große Räuber seines Weges allein? Da zieht der große Räuber allein auf Beute aus. Und warum? Damit eben seine geheimen Pläne nicht nach außen dringen.

Ein großer Räuber, ihr Mönche, bei dem diese fünf Bedingungen anzutreffen sind, bricht in Häuser ein, geht auf Raub aus, plündert ein ganzes Haus und lauert als Wegelagerer auf.

Ebenso auch, ihr Mönche: wenn sich bei einem schlechten Mönch fünf Bedingungen finden, so untergräbt und schädigt er damit seinen Charakter, ist tadelnswert, wird von Verständigen gerügt und schafft sich große Schuld. Welches sind diese fünf Bedingungen?

Da ist der schlechte Mönch ein Freund des Unwegsamen, ein Freund des Dickichts, ein Freund der Mächtigen, ist freigebig mit seinem Besitz und zieht allein seines Weges.

Wie aber ist der schlechte Mönch ein Freund des Unwegsamen? Da begeht der schlechte Mönch unrechte Tat in Werken, Worten und Gedanken.

Wie aber ist der schlechte Mönch ein Freund des Dickichts? Da hat der schlechte Mönch verkehrte Ansichten, ist einseitigen Anschauungen zugetan.

Wie aber ist der schlechte Mönch ein Freund der Mächtigen? Da ist der schlechte Mönch ein Freund von Fürsten und Ministern, und er weiß: ‚Sollte mich irgendeiner anklagen, so werden die Fürsten und Minister die Sache bei einer Verhandlung umgehen.‘ Wenn ihn nun einer anklagt, so umgehen die Fürsten und Minister die Sache, wenn es zur Verhandlung kommt.

Wie aber ist der schlechte Mönch freigebig mit seinen Besitztümern? Da erlangt der schlechte Mönch Gewänder, Almosenspeise, Lagerstatt und Arzneien, und er denkt bei sich: ‚Sollte mir irgendeiner etwas sagen, so werde ich ihn mit Gaben gewinnen.‘ Wenn dann irgendeiner ihm etwas sagt, so gewinnt er ihn alsbald mit seinen Gaben.

Wie aber zieht der schlechte Mönch, seines Weges allein? Da nimmt der schlechte Mönch seinen Aufenthalt ganz allein in Grenzländern. Dort begibt er sich zu den Familien und erhält Gaben.

Der schlechte Mönch, ihr Mönche, bei dem diese fünf Eigenschaften anzutreffen sind, untergräbt und schädigt damit seinen Charakter, ist tadelnswert, wird von Verständigen gerügt und schafft sich große Schuld.