Aṅguttara Nikāya

Das Achter-Buch

86. Das Glück der Loslösung

(Der erste Teil ist gleich lautend mit Text AN 5.30: Nach dem siebenten Abschnitt (der zweiten Antwort Nāgitas) heißt es hier:)

„Möge ich nichts zu tun haben mit dem Ruhme, Nāgita! Möge mir nur kein Ruhm beschieden sein! Wer da nicht, wie ich, dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig wird, den freilich mag es nach jenem kotigen, trägen Glücke, nach der Freude an Besitz, Ehre und Ruhm gelüsten.

Es gibt da auch Gottheiten, die dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nicht teilhaftig werden.

Und auch bei euch, Nāgita, die ihr hier zusammengekommen, zusammengetroffen seid und ein Leben der Geselligkeit führt, auch bei euch liegt es so, daß ich sagen muß: ‚Nicht werden wahrlich diese Verehrten so wie ich dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig. Denn diese Verehrten sind ja hier versammelt und zusammengetroffen und führen ein Leben der Geselligkeit.‘

Da, Nāgita, bemerke ich, wie Mönche miteinander scherzen und sich mit fingerdicken Gerten necken. Und der Gedanke kommt mir: ‚Nicht werden wahrlich diese Verehrten so wie ich dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig. Denn jene Verehrten scherzen ja miteinander und necken sich mit fingerdicken Gerten.‘

Da, Nāgita, bemerke ich, wie Mönche, nachdem sie den Leib genügend mit Speise gefüllt haben, sich dem Genusse des Ausruhens, des Ausstreckens und des Schlummerns hingeben. Und der Gedanke kommt mir: ‚Nicht werden wahrlich diese Verehrten so wie ich dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig. Denn jene Verehrten, nachdem sie den Leib genügend mit Speise gefüllt haben, geben sich ja dem Genusse des Ausruhens, des Ausstreckens und des Schlummerns hin.‘

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Dorfe lebenden Mönch, wie er gesammelt dasitzt. Ich weiß aber, daß jetzt diesen Verehrten ein Klosterdiener oder ein Mönchsschüler stören und er die Sammlung verlieren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Dorfaufenthalt jenes Mönches nicht zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er schläfrig dasitzt. Ich weiß aber, daß dieser Verehrte die Schläfrigkeit und Mattigkeit überwinden und, gesammelt, bloß noch die Vorstellung des Waldes als einzigen Gegenstand erwägen wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er im Walde ungesammelt dasitzt. Ich aber weiß, daß dieser Verehrte den ungesammelten Geist sammeln und den gesammelten Geist bewahren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Da, Nagita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er im Walde gesammelt dasitzt. Ich aber weiß, daß nun dieser Verehrte den unbefreiten Geist befreien und den befreiten Geist bewahren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Zu einer Zeit, Nāgita, wo ich auf der Straße wandere und niemanden vor mir und hinter mir sehe, zu einer solchen Zeit, Nāgita, fühle ich mich wohl, und sei es bloß beim Verrichten der Notdurft.“