Itivuttaka 110

Trägheit und Energie

„Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Gehen, Stehen oder Sitzen ein Gedanke der Wollust, ein Gedanke des Übelwollens, oder ein Gedanke der Grausamkeit aufsteigt, und der Mönch, ihr Jünger, willigt in diesen (Gedanken) ein, entäußert sich seiner nicht, vertreibt ihn nicht, zerstört ihn nicht, bringt ihn nicht zum Verschwinden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Gehen, Stehen oder Sitzen sich so verhält, stets und ständig nachlässig und abgestumpft ist, wird träge, wenig energisch genannt.

Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Liegen, während er wach ist, ein Gedanke der Wollust, ein Gedanke des Übelwollens, oder ein Gedanke der Grausamkeit aufsteigt, und der Mönch, ihr Jünger, willigt in diesen (Gedanken) ein, entäußert sich seiner nicht, vertreibt ihn nicht, zerstört ihn nicht, bringt ihn nicht zum Verschwinden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Liegen, während er wach ist, sich so verhält, stets und ständig nachlässig und abgestumpft ist, wird träge, wenig energisch genannt.

Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Gehen, Stehen oder Sitzen ein Gedanke der Wollust, ein Gedanke des Übelwollens, oder ein Gedanke der Grausamkeit aufsteigt, und der Mönch, ihr Jünger, willigt in diesen (Gedanken) nicht ein, entäußert sich seiner, vertreibt ihn, zerstört ihn, bringt ihn zum Verschwinden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Gehen, Stehen oder Sitzen sich so verhält, stets und ständig eifrig und auf der Hut ist, wird (ein Mensch) voll lebendiger Energie, mit angespanntem Geist (gerüstet) genannt.

Wenn, ihr Jünger, einem Mönche beim Liegen, während er wach ist, ein Gedanke der Wollust, ein Gedanke des Übelwollens, oder ein Gedanke der Grausamkeit aufsteigt, und der Mönch, ihr Jünger, willigt in diesen (Gedanken) nicht ein, entäußert sich seiner, vertreibt ihn, zerstört ihn, bringt ihn zum Verschwinden,—ein Mönch, ihr Jünger, der beim Liegen, während er wach ist, sich so verhält, stets und ständig eifrig und auf der Hut ist, wird (ein Mensch) voll lebendiger Energie, mit angespanntem Geist (gerüstet) genannt.“

„Wer gehend, stehend, sitzend oder liegend, übles, hausgewohntes Denken pflegt, wandelnd auf dem schlimmen Wege, betört in den zur Verblendung führenden Sinnengenüssen: Ein solcher Mönch ist unfähig, das höchste Erwachen zu erleben.

Wer gehend, stehend, sitzend oder liegend das Denken hat zur Ruhe kommen lassen, beseligt in dem Zurruhekommen des Denkens, ein solcher Mönch ist fähig, das höchste Erwachen zu erleben.“