Itivuttaka 109

Der Schwimmer im Strom

„Gleichwie da, ihr Jünger, ein Mensch von der angenehm und lieblich erscheinenden Strömung eines Flusses abwärts getrieben würde, ihn aber sähe ein am Ufer stehender scharfblickender Mann und spräche zu ihm: „Höre, Mann! Zwar wirst du von der angenehm und lieblich erscheinenden Strömung des Flusses abwärts getrieben; aber dort unten ist ein See mit Wellen, mit Strudeln, mit Krokodilen und Unholden. Wenn du, o Mann, den erreichst, dann kommst du zu Tode, zu tödlichem Weh.“ Und jener Mensch, ihr Jünger, sobald er die Stimme dieses Mannes vernommen, rudert mit Händen und Füßen gegen den Strom.

Dieses Gleichnis, ihr Jünger, habe ich gegeben, um seinen Sinn (euch) wissen zu lassen. Und dies hier ist der Sinn:

„Die Strömung des Flusses“, ihr Jünger, bedeutet den ‚Durst‘.

„Angenehm und lieblich erscheinend“, ihr Jünger, bedeutet die sechs subjektiven (Sinnen-)Gebiete.

„Dort unten ein See“, ihr Jünger, bedeutet die fünf abwärts ziehenden Fesseln.

„Mit Wellen“, ihr Jünger, bedeutet Verdruß und Verzweiflung.

„Mit Strudeln“, ihr Jünger, bedeutet die fünf Sinnengenüsse.

„Mit Krokodilen und Unholden“, ihr Jünger, bedeutet die Weiber.

„Gegen den Strom“, ihr Jünger, bedeutet das Freiwerden von sinnlicher Lust.

„Das Rudern mit Händen und Füßen“, ihr Jünger, bedeutet die Anspannung der Energie.

„Der am Ufer stehende scharfblickende Mann“, ihr Jünger, bedeutet den Vollendeten, Heiligen, völlig Erwachten,“

„Selbst unter Qualen gebe die Sinnenlüste auf, wer der höchsten Sicherheit für die Zukunft zustrebt. Vollkommen klar erkennend, recht erlösten Geistes mag er die Erlösung hier und dort erleben.

Dieser Wissensmächtige, der den reinen Wandel gelebt hat, wird „Wanderer zum Ende der Welt“, ‚Hinübergekommener‘ genannt.“