Die Fragen des Königs Milinda

Teil 2: Fragen über charakteristische Merkmale

Kapitel 2

3.2.8. Die körperlich-geistige Verbindung

Der König sprach: „Was du da eben, ehrwürdiger Nāgasena, ‚körperlich-geistige Verbindung‘ nanntest, was ist da das Geistige und was das Körperliche?“

„Was da, o König, grob (stofflich) ist, das gilt als das Körperliche (rūpa); und was es da an feinen (unstofflichen) Erscheinungen, wie Bewußtsein und Geistesfaktoren gibt, das gilt als das Geistige (nāma).“

„Aus welchem Grunde aber, ehrwürdiger Nāgasena, wird nie das Geistige allein oder das Körperliche allein wiedergeboren?“

„In gegenseitiger Abhängigkeit, o König, stehen diese Erscheinungen, und ganz gleichzeitig entstehen sie.“

„Erläurere mir dies!“

„Gleich wie, o König, es ohne Dotter kein Ei geben kann—da nämlich beide sich gegenseitig bedingen und eine ganz gleichzeitige Entstehung haben—: ebenso auch, o König, kann ohne das Geistige das Körperliche nicht existieren, denn beide stehen in gegenseitiger Abhängigkeit und entstehen ganz gleichzeitig; und so war es seit undenkbaren Zeiten.“

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“