Die Fragen des Königs Milinda

Teil 2: Fragen über charakteristische Merkmale

Kapitel 3

3.3.11. Wille

„Welches charakteristische Merkmal aber, o Herr, besitzt der Wille (cetanā)?“

„Das des Wollens, o König, und das des (karmischen) Gestaltens (abhisankharana).“

„Erläutere mir dies!“

„Nimm an, o König, ein Mann bereite ein Gift, trinke davon und gebe auch den anderen davon zu trinken. So würden doch sowohl er selber als auch die anderen dafür zu leiden haben. Genau so, o König, schafft da einer mit seinem Willen eine böse Tat und gerät dafür bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf einen Abweg, eine Leidensfährte, in verstoßene Welt, zur Hölle; und auch diejenigen, die es ihm nachmachen, trifft dasselbe Los.—Nimm nun aber an, o König, ein Mann stelle ein Gemisch von Ghee (Butteröl), Butter, Öl, Honig und Zucker her, trinke davon und gebe auch den anderen davon zu trinken. So würden doch sowohl er selber, als auch die anderen sich wohl befinden. Genau so, o König, schafft da einer mit seinem Willen eine gute Tat und gelangt infolgedessen bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf eine glückliche Fährte, in himmlische Welt; und auch diejenigen, die es ihm nachmachen, trifft dasselbe Los. Demnach, o König, besitzt der Wille das charakteristische Merkmal des Wollens und das des (karmischen) Gestaltens.“

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“