Die Fragen des Königs Milinda
Teil 3: Lösungen der Zweifel
Kapitel 7
3.7.4. Geschwindigkeit
Der König sprach: „Wie weit, ehrwürdiger Nāgasena, ist es von hier bis zur Götterwelt?“
„Gar weit, o König, ist es von hier bis zur Götterwelt. Wenn da zum Beispiel ein Felsen, so groß wie ein Giebelhaus, von dort herabfallen sollte, so würde er erst nach vier Monaten die Erde erreichen, obzwar er schon in vierundzwanzig Stunden achtundvierzig tausend indische Meilen zurücklegt.“
„Ihr behauptet aber doch, ehrwürdiger Nāgasena, daß ein magiegewaltiger, geistbeherrschter Mönch imstande sei—gerade so schnell wie ein starker Mann seinen gebeugten Arm streckt oder seinen gestreckten Arm wieder beugt—von Indien zu verschwinden und in der Götterwelt wieder zu erscheinen. So etwas kann ich nicht glauben. Denn wie könnte wohl ein Mensch in dieser außerordentlichen Schnelligkeit so viele Hunderte von Meilen zurücklegen?“
Der Ordensältere sprach: „In welchem Lande, o König, bist du geboren?“
„Es gibt da ein Land zwischen zwei Flüssen, o Herr, mit Namen Alexandria. Dort bin ich geboren.“
„Wie weit, o König, ist es wohl von hier bis Alexandria?“
„Zweihundert Meilen, o Herr.“
„Kannst du dich wohl, o König, an irgend etwas erinnern, das du dort getan hast?“
„Gewiß, o Herr, ich erinnere mich da eben gerade an etwas.“
„Fürwahr, o König, gar schnell hast du die zweihundert Meilen zurückgelegt.“
„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“