Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 3
7.4.3. Das Feuer
„Fünf Eigenschaften des Feuers, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, das Feuer Stroh, Holz, Zweige und Blätterwerk niederbrennt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, alle, die nach außen wie nach innen gerichteten, an erwünschten und unerwünschten Objekten sich nährenden Leidenschaften mit dem Feuer der Erkenntnis niederbrennen. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Feuers, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, das Feuer keine Liebe und kein Mitleid kennt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, gegen alle die Leidenschaften keine Liebe und kein Mitleid kennen. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Feuers, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, das Feuer die Kälte vertreibt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, durch Erweckung der Glut und des Feuers seiner Willensanstrengung, die Leidenschaften vertreiben. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Feuers, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, das Feuer, frei von Zuneigung und Widerwillen, die Wärme erzeugt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, mit einem von Zuneigung und Widerwillen freien, dem Feuer gleichenden Gemüte verweilen. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Feuers, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, das Feuer die Finsternis verscheucht und Helle hervorruft so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Finsternis der Verblendung verscheuchen und das Licht der Erkenntnis erwecken. Das, o König, ist die fünfte Eigenschaft des Feuers, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, hat, indem er seinen Sohn Rāhula ermahnte, gesagt: ‚Dem Feuer gleichend, Rāhula, sollst du Geistesentfaltung üben. Denn wenn du, Rāhula, dem Feuer gleichend Geistesentfaltung übst, so werden die noch unaufgestiegenen, unheilsamen Erscheinungen nicht zum Aufsteigen gelangen, und die bereits aufgestiegenen unheilsamen Erscheinungen werden dein Herz nicht mehr gefesselt halten.‘“