Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 3
7.4.4. Der Wind
„Fünf Eigenschaften des Windes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, der Wind das in voller Blüte stehende Waldesdickicht durchweht so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, Freude empfinden mitten im Wald der mit den edlen Blüten der Erlösung bedeckten Meditationsobjekte. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Windes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Wind zahlreiche in der Erde wurzelnde Bäume niederschlägt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, mitten im Walde lebend, durch Durchschauung der Gebilde die Leidenschaften niederschlagen. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Windes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Wind hoch in den Lüften weht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, seinen Geist sich in den überweltlichen Geisteszuständen ergehen lassen. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Windes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Wind Düfte mit sich führt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sich des köstlichen Duftes eigener Sittlichkeit erfreuen. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Windes, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Wind nirgends haftet, nirgends eine bleibende Stätte hat: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, ohne Haus und ohne Zugesellung, allseits frei sein. Das, o König, ist die fünfte Eigenschaft des Windes, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt im Sutta-Nipāta:
Aus Zuneigung Gefahr erwächst,
Die Häuslichkeit den Schmutz gebiert.
Den Hauslosen, der nirgends haftet,
Betrachte den als weisen Mann!“