Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 4

7.5.9. Der Eber

„Zwei Eigenschaften des Ebers, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, der Eber beim Eintritt der glühenden, heißen Sommerzeit sich zum Wasser hinbegibt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sobald er durch gehässige Gedanken aufgewühlt, umhergestoßen, umhergetrieben wird und haßentflammt ist, sich in die Erweckung der kühlenden, ambrosischen, erhabenen Liebe versenken. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Ebers, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Eber schlammiges Wasser aufsucht, mit dem Rüssel die Erde aufwühlt, sich eine Mulde macht und in dieser Mulde ausruht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, den Körper dem Geiste anvertrauen und, sich in die Betrachtung (seiner Vergänglichkeit usw.) vertiefend, der Ruhe pflegen. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Ebers, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Pindola-Bhāradvāja, o König, hat gesagt:

Der Hellsichtige, der am Körper
Der Dinge Wesen hat durchschaut,
Weilt einsam, ohne einen Zweiten,
In die Betrachtungen vertieft.“