Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 4

7.5.8. Der Stier

„Vier Eigenschaften des Stieres, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen welches sind diese?“

„Gleichwie der Stier, o König, nie seinen Stall im Stiche läßt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, den eigenen Körper nie aufgeben, denkend: ‚Vergänglich ist ja dieser Körper, dem Zerfalle und der Zerstörung, der Auflösung und dem Untergange unterworfen!‘ Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Stieres, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Stier, nachdem er einmal sein Joch auf sich genommen hat, es im Glück wie im Unglück trägt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, nachdem er einmal den Heiligen Wandel auf sich genommen hat, denselben in Freuden wie in Leiden bis zu seinem Lebensende, seinem letzten Atemzuge, aufrecht halten. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Stieres, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Stier unter gierigem Beschnüffeln das Wasser schlürft: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Weisung seiner Lehrer und Berater willig und mit Liebe und Vertrauen entgegennehmen. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Stieres, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Stier alles zieht, von wem auch immer er angetrieben wird: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Ermahnungen und Weisungen der älteren, mittleren und jüngeren Mönche, ja selbst der Hausleute und Anhänger, mit dem Haupte sich verneigend, annehmen. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Stieres, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Sāriputta, der Feldherr des Gesetzes, hat gesagt:

Selbst wenn ein Siebenjähriger,
Der heute erst die Welt verließ,
Belehrung mir zuteil ließ werden,
Stimmt', mich verneigend, ich ihm zu.

Ich spendete bei seinem Anblick
Ihm höchsten Beifall und Vertrau'n,
Setzt' an des Lehrers Stelle ihn,
Ihm Achtung schenkend für und für.“