Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 5

7.6.9. Die Schlange

„Drei Eigenschaften der Schlange, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, die Schlange auf dem Bauche kriecht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, auf Weisheit gestützt wandeln; denn wenn er auf Weisheit gestützt wandelt, so wandelt sein Geist eben auf dem rechten Pfade, vermeidet den Irrtum und entfaltet das klare Erkennen. Das, o König, ist die erste Eigenschaft der Schlange, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, die Schlange beim Kriechen den giftigen Kräutern aus dem Wege geht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, bei seinem Wandel die üblen Taten meiden. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft der Schlange, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, die Schlange beim Anblicke der Menschen Schmerz, Besorgnis und Kummer empfindet so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, sobald er einen üblen Gedanken gedacht hat, von Schmerz, Besorgnis und Kummer erfüllt sein und sich sagen: ‚In Nachlässigkeit habe ich den Tag dahingebracht; nie mehr kann ich diesen Tag zurück erhalten.‘ Das, o König, ist die dritte Eigenschaft der Schlange, die er anzunehmen hat. Auch in der Bhallātiya-Geburtsgeschichte heißt es von den zwei Kinnaras:

Die Nacht, die außerhalb wir weilten, Jäger,
Unwillig, einer an den andern denkend,
Ja, diese eine Nacht bereu'n wir immer,
Denn diese Nacht kehrt nimmermehr zurück.“