Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 6
7.7.7. Der Edelstein
„Drei Eigenschaften des Edelsteins, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, der Edelstein völlig lauter ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, von ganz lauterem Lebenswandel sein. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Edelsteins, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Edelstein sich mit nichts vermischt, so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, mit schlechten Dingen, schlechten Freunden sich nicht vermischen. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Edelsteines, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Edelstein bloß mit echten Juwelen zusammen verwendet wird: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, bloß mit erhabenen, edlen Menschen zusammen leben, mit solchen, die auf dem ‚Pfade‘ wandeln oder am ‚Ziele‘ weilen, die mit den Zielen der Hohen Schulung ausgestattet sind, mit den den Juwelen gleichenden Asketen, dem Stromeingetretenen, dem Einmalwiederkehrenden, dem Niewiederkehrenden und dem Vollkommen-Heiligen, mit den Dreiwissensmächtigen und den Sechsfach Geistesgewaltigen. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Edelsteines, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt im Sutta-Nipāta:
Selbst rein, mögt ihr mit reinen Menschen
Zusammenleben klarbewußt.
In Eintracht mögt ihr weise dann
Ein Ende machen allem Leid.“