Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 6

7.7.8. Der Wildjäger

„Vier Eigenschaften des Wildjägers, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, der Wildjäger nicht schläfrig ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, nicht schläfrig sein. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Wildjägers, die er anzunehmen hat.

„Wie ferner, o König, der Wildjäger seinen Sinn bloß auf das Wild richtet: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, seinen Sinn bloß auf den Gegenstand seiner Betrachtung richten. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Wildjägers, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Wildjäger, die rechte Zeit für eine Betätigung erkennt: so soll auch der Yogi, der Yogabeflissene, die rechte Zeit für seine Betrachtung kennen und wissen: „Nun muß ich mich einsam vertiefen; nun ist es an der Zeit, die Einsamkeit zu verlassen.“ Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Wildjägers, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Wildjäger beim Erblicken eines Hirsches Freude empfindet, in der Hoffnung, ihn zu erbeuten: so soll auch der Yogi, der Yogabeflissene, an dem Gegenstand seiner Betrachtung Gefallen und Freude empfinden, in der Hoffnung, immer höhere Ziele zu erreichen. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Wildjägers, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensälteste Mogharājā, o König, hat gesagt:

Hat der Objekte er erfasst,
So soll der selbstbestrebte Mönch
An dem Gedanken Freude finden:
‘Noch höheres wird mir zuteil.‘“