Petavatthu
Buch 1
10. Die Kahlköpfige
Kaufmann:
Wer bist du, die nicht kommt heraus
aus dem Vimāna, wo du wohnst?
Komm doch heraus, du Glückliche,
wir woll’n dich gerne draußen seh’n.Petī:
Ich schäme mich, ich ekle mich,
als Nackte hier heraus zu geh’n.
Bedeckt bin ich mit Haaren nur,
hab wenig an Verdienst gewirkt.Kaufmann:
Hier geb ich ’was zum Anzieh’n dir,
nimm dieses Kleid und leg es an,
und wenn du’s angezogen hast,
dann komm, o Schöne, doch heraus.
Nun komme doch, du Glückliche,
wir woll’n dich gerne draußen seh’n.Petī:
Was du mir ausgehändigt hast,
das kommt zugute mir noch nicht.
Ein gläubiger Anhänger hier,
ein Jünger des Erwachten Herrn,wenn diesen du bekleidest jetzt
und mir die Gabe widmest, dann
werd ich ganz glücklich sein davon,
und aller Wunsch ist mir erfüllt.Sprecher:
Den badeten die Kaufleute,
den salbten sie mit Wohlgeruch,
dem legten sie Gewänder an
und widmeten die Gabe ihr.Sofort nach dieser Zuweisung,
da zeigte sich die Ernte schon
an Speise, Kleidung und an Trank.
Das war hier dieser Gabe Frucht.So ward sie rein, und ihr Gewand
war schöner als ein Kāsi-Kleid.
Aus dem Vimāna lächelt sie:
„So also ist des Gebens Frucht.“Kaufmann:
Gar wohlgeschmückt, gefällig auch
erglänzet dein Vimāna jetzt.
Lass fragen dich, Göttin, erzähl,
von welchem Wirken dies die Frucht.Petī:
Da war ein Mönch auf Wanderschaft,
ein grader Mensch, dem spendete
ich eine Schüssel Sesambrei,
dabei gar heiter im Gemüt.Für dieses heilsam Wirken ich
die Ernte lange dann genoss
in dem Vimāna, das mir ward.
Doch wenig nur ist übrig noch.Nach Ablauf von vier Monaten
wird meine Zeit erfüllet sein,
und ich werd in die Hölle geh’n,
die einzig stinkend, fürchterlich.Vier Ecken hat, vier Tore sie,
ist regelmäßig eingeteilt,
mit einem Eisenwall,
mit Eisen oben auch bedeckt.Ihr Boden auch von Eisen ist,
gar feurig glüht und brennet er,
wohl hundert Meilen im Quadrat
erstrahlt sie und bleibt immerdar.Dort werde lange Zeiten ich
viel Wehgefühl erfahren dann
als Frucht von bösem Wirken einst.
Darum bin ich bekümmert sehr.