Petavatthu

Buch 1

11. Der Elefant

Novize:
Voran auf weißem Elefanten reitet einer,
auf Maultierwagen einer in der Mitte,
dahinter eine Jungfrau in der Sänfte,
die Glanz ausstrahlt nach jeder Himmelsrichtung.

Ihr aber da, mit Hämmern in den Händen,
im Antlitz Tränen, Körper aufgerissen,
als Mensch ihr wart, was wirktet ihr an Bösem,
dass gegenseitig euer Blut ihr trinkt?

Vater:
Der, welcher vorn sitzt auf dem Ilph, dem weißen,
auf dem vierfüß’gen Elefanten reitet,
war unser Sohn einst, unser Ält’ster.
Weil Gaben er gegeben, freut ihn Glück nun.

Der, welcher in der Mitte folgt im Maultierwagen,
vierspännig und gar schnelle fahrend,
war unser Sohn, der mittlere gewesen,
gar frei von Geiz, als Gabenspender leuchtet er.

Die, die da hinten auf der Sänfte folgt,
die Jungfrau, weise, mit gazellenhaftem Auge,
war uns’re Tochter, war die Jüngste früher.
Auch halbes Glück genießend, freut sie sich nun.

Im früh’ren Leben spendeten sie Gaben,
gar heit’ren Herzens an Brahmanen und Asketen,
wir aber waren leider geizig nur gewesen
und schimpften auf Brahmanen uns Asketen.
Wir dörren aus wie Gras, das abgeschnitten,
sie aber, die gegeben, wandeln glücklich.

Novize:
Was ist denn eure Speise, was ist euer Lager,
wie lebt ihr, die ihr tatet böse Dinge,
die ihr bei großem, grenzenlosem Reichtum
das Glück verscherzend Leiden nun erfahret?

Vater:
Wir schlagen uns einander hier
und trinken Blut und Eiter wohl,
doch soviel wir auch trinken dann,
wir werden nie befriedigt, satt.

Weil nicht gegeben wir, wir müssen klagen,
nachdem, gestorben, wir in Yamas Reich gekommen.
Wir sehen den Genuss und sind doch davon ferne.
Genießen könn’ wir nicht und auch Verdienst nicht wirken.

Von Hunger, Durst in andrer Welt gepeinigt,
wir Petas lange brennen dann gequälet.
Weil Werke wir gewirkt, die Leiden züchten,
erfahren wir des Leidens bitt’re Früchte.

Sprecher:
Vorüber geht Besitz und Gut,
vorüber rauscht die Lebenszeit.
Erkennend wie es also ist,
der Weise schaff ein Eiland sich.

Die Menschen, die’s erkennen so,
die des Gesetzes kundig sind,
versäumen hier das Geben nicht,
sie hören auf der Heil’gen Wort.