Petavatthu
Buch 2
2. Die Mutter des Thera Sāriputta
Sāriputta:
Nackt bist du, unschön anzuseh’n,
bist abgezehrt, die Adern frei,
o du, von der man Rippen sieht,
du Mag’re, sag, wer bist du wohl?Petī:
In früheren Geburten war
gewesen deine Mutter ich.
Im Reich der Peta bin ich nun,
von Hunger und von Durst gequält.Was ausgespien, Speichel, Schleim,
was aus der Nase ausgerotzt,
was Rückstand von verbranntem Öl,
Blut, das verlier’n Gebärende,das Blut Verwundeter und der,
der’n Kopf und Nase abgehau’n
genieße ich, vor Hunger wild,
ob es vom Weib ist oder Mann.Ich nähre mich von Eiter, Blut
der Tiere und der Menschen ja,
bin heimatlos, bin ohne Haus,
seitdem vom Totenbett ich schied.In meinem Namen gib, o Sohn,
und rechne das Verdienst mir zu.
Dadurch könnt werden ich erlöst
vom Eiter- und vom Blutverzehr’n.Sprecher:
Als er der Mutter Wort gehört,
voll Mitleid Upatissa dann
besprach mit Moggallāna sich,
mit Anuruddha, Kappina.Vier Hütten baute er dann auf
und widmete dem Orden sie.
Die Hütten, Essen, Trinken er
als Gabe ihr dann überließ.Sofort nach dieser Zuweisung,
da zeigte sich die Ernte schon
an Speise, Kleidung und an Trank:
Das war hier dieser Gabe Frucht.Darauf in glänzend reinem Kleid
—Benares’ Bestes trug sie wohl—,
geschmückt mit allerschönstem Stoff
kam sie zu Kolita sodann.Moggallāna:
Gar überschön bist nunmehr du,
wie du da stehst, o Göttliche,
nach zehn der Seiten strahlend hin,
so wie der Morgenstern es tut.Woher bist du geworden so,
weshalb hast dieses du erlangt
und fallen dir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind?Ich frage dich, o Göttin, du Vielmächt’ge,
du menschennaher Geist, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?Petī:
Des Sāriputta Mutter war
in anderen Geburten ich,
im Reich der Petas war ich dann,
von Hunger und von Durst gequält.Was ausgespien, Speichel, Schleim,
was aus der Nase ausgerotzt,
was Rückstand von verbranntem Öl,
Blut, das verlier’n Gebärende,das Blut Verwundeter und der,
der’n Kopf und Nase abgehau’n
genoss ich dort, vor Hunger wild,
ob es vom Weib war oder Mann.Ich nährte mich von Eiter, Blut
der Tiere und der Menschen ja,
war heimatlos, war ohne Haus,
seitdem vom Totenbett ich schied.Der Gabe Sāriputtas jetzt
erfreu ich mich, bin ohne Furcht.
Zu dir, dem Lehrer, mitleidsvoll,
o Herr, dich ehrend, kam ich her.